Der Pädagogische Tag der Region Süd fand am 14. November in der Tiele-Winckler-Schule statt
Plenum

„Wir machen Kinder stark!“

Erstellt von Rainer Methsieder |

Beim diesjährigen Pädagogischen Tag in der Region Süd ging es um Entwicklungsphasen und Belastungen im Kinder- und Jugendalter sowie um Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt.

Öhringen. „Wir machen Kinder stark! Dem Leben Zukunft.“ So lautete das Motto des diesjährigen Pädagogischen Tages in der Region Süd. Seit 2004 bereichert dieses Fortbildungsangebot die fachliche Zusammenarbeit der Mitarbeitenden und nimmt einen hohen Stellenwert im Jahresprogramm der Region Süd ein.

In den Vorträgen am Vormittag ging es um Entwicklungsphasen und Belastungen im Kinder- und Jugendalter sowie um Erfahrungen von Jugendlichen mit sexualisierter Gewalt. Sara Greter (M. Sc. Psych.) erläuterte die Risiko- und Schutzfaktoren im Kinder- und Jugendalter im Hinblick auf die psychische Gesundheit von jungen Menschen. Wie entsteht eine psychische Störung und ab wann spricht man von einer psychischen Störung? Dies waren Fragen, die Sara Greter, auch im Dialog mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, beantwortete. Eindrücklich konfrontierte sie das Publikum am Ende ihres Vortrags mit Beispielen aus ihrer Praxis, die zum Austausch mit den Teilnehmern führten.

Prof. Dr. Sabine Maschke (Universität in Marburg), die online zugeschaltet war, stellte im Anschluss die Studie „SPEAK! Sexualisierte Gewalt in der Erfahrung Jugendlicher“ vor. Befragungen zu dieser Studie fanden insbesondere an Schulen statt. Prof. Dr. Sabine Maschke präsentierte Zahlen und Fakten zur Thematik. Dabei ging es insbesondere um nichtkörperliche Gewalt, körperliche Gewalt, um Beobachterinnen und Beobachter solcher Szenarien, die Täter und die Folgen für die Betroffenen. Ein Exkurs zum Pornografiekonsum von Kindern und Jugendlichen und ein Beispiel zur Prävention rundeten den Vortrag ab. Überrascht zeigten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer hinsichtlich der Häufigkeit sexueller Gewalt an Schulen bzw. an Orten, an denen Schutzbefohlene wohnen oder/und betreut werden. Die Studie gibt deutliche Hinweis darauf. Differenzierte Betrachtungsweisen sind zu diskutieren: Wie schützen wir die Opfer? Wie gelingt Prävention? Wie gehen wir mit den Kindern und Jugendlichen um, die übergriffig waren?

Nach dem Mittagessen trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Workshops, die thematisch an die Vorträge anknüpften und zum größten Teil von Friedenshort-Mitarbeitenden durchgeführt wurden. Als Beispiele seien hier genannt: „Kinder stark machen – Mobbing stoppen“, „Medienpädagogik in der Praxis“, „Methoden sexueller Bildung“, „Selbstverteidigung – Sicherheit beginnt im Kopf“ und „Übergriffigkeiten vs. sexuelle Neugier“.

In der Schlussrunde resümierte Regionalleiterin Cordula Bächle-Walter: „Die Thematik ist erneut im Bewusstsein der Mitarbeitenden angekommen. Ein Weiterarbeiten in dieser Thematik ist notwendig und wird zu leisten sein.“ Die Resonanz am Ende des Tages war positiv und auch die Workshops wurden als gewinnbringend bewertet. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Veranstaltung Themen der Kinder- und Jugendhilfe bzw. der Schule fokussiert in den Blick nimmt und zur Weiterarbeit in verschiedenen Gremien einlädt. 

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