Jörg Wartenberg winkt mit beiden Händen
Tschüss Jörg Wartenberg hieß es im Juli bei der Verabschiedung des langjährigen Schulleiters
Zuhörende Schülerschaft
Sehr aufmerksam und diszipliniert verfolgte die Schülerschaft das Abschiedsprogramm
Darbietung in der Aula
Einiges an "Insider-Wissen" und Fotos aus der Vergangenheit galt es "auszuhalten" :-)
Wartenberg kommentiert
Natürlich durfte Jörg Wartenberg selbst Anmerkungen zum Gezeigten machen

Schulleiter Jörg Wartenberg in den Ruhestand verabschiedet

Erstellt von Friederike Rembold-Fromm |

35 Jahre war der Pädagoge an der Tiele-Winckler-Schule in Öhringen tätig, davon 20 Jahre als Schulleiter

Öhringen. Gleich zwei Veranstaltungen waren am 19. Juli 2024 für den scheidenden Schulleiter der Tiele-Winckler-Schule geplant: Eine riesige Überraschung erwartete ihn am Vormittag, als er von seiner letzten offiziellen Sitzung zurück in die Aula der Schule kam. Mehr als 120 Schüler aus der Tiele-Winckler Schule und der Außenstelle Bad Friedrichshall erwarteten ihn mit einem tosenden Beifall. Flankiert von seiner Mutter und seiner Ehefrau Margret Kuttner, durfte er es sich in seinem Bürostuhl gemütlich machen, um eine Show zu erleben, die er hoffentlich nicht so schnell vergisst!

Der Morgen stand ganz im Zeichen des „Herrn Gartenzwerg“, wie Jörg Wartenberg liebevoll seit Jahren von seinen Schülerinnen und Schülern genannt wurde. Die Kindergartenkinder präsentierten einen Zwergen-Tanz und übergaben eine Gartenzwerg-Collage an ihn. Das nächste musikalische Highlight setzte der Unterstufenchor mit Gesangs- und Tanzeinlagen, die sich quer durch alle bekannten „Schools-out-Songs“ rockten, wie z. B. „Schools out for summer“ von Alice Cooper und „Hurra, Hurra die Schule brennt“.

Die Schülerinnen und Schüler der Außenstelle Bad Friedrichshall und deren Lehrerinnen und Lehrer zeigten ihr Rhythmusgefühl mit selbstgebauten Trommeln und Rasseln und interpretierten den Song „Heart of gold“ von Neil Young. Damit trafen sie direkt den Musikgeschmack ihres Schulleiters und somit auch mitten ins Herz. Mucksmäuschenstill wurde es, als der 13-jährige Elias sich an das Klavier in der Aula setzte und „Für Elise“ spielte. Alle Anwesenden zeigten sich ergriffen, insbesondere der Musikliebhaber Jörg Wartenberg. Nach dem vielseitigen musikalischen Intro forderte ihn die Schülerschaft der Oberstufe zum Spiel: „Schlag den Wartenberg!“ Im Reli-Quiz nach Bier-Pong-Art musste er sein breites Wissen zum Thema Religion und Spiritualität beweisen. Seine Ziel- und Treffsicherheit wurde im „Ballon-Dart“ auf die Probe gestellt. Dabei konnte er sich gegen zwei Schüler souverän durchsetzen. Beim Jonglieren mit dem Fußball musste er sich allerdings geschlagen geben. Für allgemeines Rätseln und Erheiterung sorgte dann das „Einschulungsbilder-Raten“. Zwei Schüler und Schülerinnen mussten gegen ihren Schulleiter antreten und verschiedene Lehrkräfte auf alten Einschulungsbildern erkennen. Ein Quiz, das die gesamte Schüler- und Lehrerschaft zum Mitraten motivierte und viel Spaß machte. In der gereimten Abschlussrede des Schülersprechers Simon bekam der „Gartenzwerg“ schließlich seine „rote Karte“.

Liebevoll gestaltete Abschiedsgeschenke

Jeder Darbietung folgte die Übergabe von liebevoll gestalteten Abschiedsgeschenken. Darunter das „goldene Herz“, bemalte Steine, um steinreich in den Ruhestand gehen zu können, und ein Lakritze-Bild, weil Herr Wartenberg die schwarze Süßigkeit so sehr mag. Das größte Geschenk, welches die Schülerschaft ihrem geschätzten Schulleiter machen konnten, war unbestritten der spürbare Respekt, den sie ihm an diesem Morgen entgegenbrachten. Es gab in der Aula in der Tiele-Winckler-Schule noch kaum eine Veranstaltung, mit dieser großen Anzahl an Schülerinnen und Schülern, die motiviert und interessiert am Programm teilnahmen und in den richtigen Momenten leise und aufmerksam waren.

Am Nachmittag kamen die geladenen Gäste zu einer offiziellen Verabschiedungsfeier. Der engste Familienkreis, Schulamt, Schulleiter, Einrichtungsleitung, enge Mitarbeitende und Wohngruppenkinder waren in der Aula der Tiele-Winckler-Schule zusammengekommen, um sich gebührend von Jörg Wartenberg zu verabschieden. Zur musikalischen Unterhaltung war Wolfgang Heieck mit seiner Gitarre engagiert. Ganz auf den Musikgeschmack von Jörg Wartenberg abgestimmt, spielte er Rockklassiker und natürlich Songs von Neil Young. Die Begrüßung übernahm Regionalleiter Jürgen Grajer. Diese schlüpfte in verschiedene Rollen, um sich vom vierten Schulleiter der Tiele-Winckler-Schule als Formalisten, als geschätzten Kollegen und als Freigeist zu verabschieden. Die Schüler des Unterstufenchors sangen „Du bist Du!“ und unterstrichen mit ihrem Liedbeitrag nochmal die Einzigartigkeit ihres scheidenden Schulleiters. Als geschäftsführende Schulleitung hatte Stefanie Klumpp die Aufgabe, eine Ansprache zu halten. Insgeheim hatte sie gehofft, dieser „Kelch“ würde an ihr vorüberziehen – doch Jörg Wartenberg hatte seine „Charme-Offensive“ eingesetzt und war erfolgreich. Beginnend mit seiner Vorliebe zu „Sauren Kuddeln“, spannte sie geschickt den Bogen zu den Aufgaben und Eigenschaften eines Koches und übertrug diese auf die benötigten Eigenschaften eines guten Schulleiters.

Die Leitung der Region Süd forderte ihren Kollegen nun auch am Nachmittag zu einem Quiz heraus. Anhand vorgelesener deutscher Liedtexte musste er die englischen Originale erkennen und den Interpreten nennen. Als Belohnung und Motivationsschub diente ein Korb gefüllt mit Süßigkeiten, insbesondere seine Vorliebe zu Lakritze konnte er in seinen Dienstjahren kaum geheim halten. In dieser Challenge glänzte er mit seinem breiten musikalischen Wissen, und auch damit, dass er das geschickt eingeschleuste „Friedenshortlied“ ohne Schwierigkeiten erkannte. Auch am Nachmittag durfte eine Abschlussrede des Schülersprechers Simon Heusipp nicht fehlen. Dieses Mal hatte er seinen Schulrucksack dabei, der gespickt war mit Dingen, die in der Schule verboten sind. Diese hatte Jörg Wartenberg als Schulleiter in den letzten Jahren konfisziert. In einem spontanen Dialog bewies er seinen Humor und seine positive Beziehungsgestaltung zur Schülerschaft.

Den Input aus dem Kollegium übernahm Rainer Methsieder. Einleitenden Worten, folgten Bilder aus der Vergangenheit und kleine Anekdoten gespickt mit „Insider-Wissen“ aus dem Lehrerzimmer. Beim „Weizenbier-Torwand-Schießen“ musste Jörg Wartenberg noch einmal sein fußballerisches Feingefühl beweisen und bekam als Abschlussgeschenk ein Trikot seines Lieblingsvereins, einen Ball mit den Unterschriften der Lehrerschaft, eine „Rentnertüte“ und einen Reisegeld-Brustbeutel überreicht.

Zum letzten Mal hatte schließlich Jörg Wartenberg das letzte Wort. Seine emotionale Ergriffenheit war spürbar und übertrug sich auf die Gäste. Beim Sektempfang und Imbiss hatten alle Gäste noch einmal Zeit für Gespräche und die Möglichkeit, sich persönlich bei ihm zu verabschieden. Als einen der „schönsten Tage in der Tiele-Winckler-Schule“ bezeichnete Jörg Wartenberg seinen Abschiedsfeier-Marathon – die wohl größte Wertschätzung, die er allen beteiligten Akteuren entgegenbringen konnte.

Wir wünschen ihm einen guten Eintritt in den Ruhestand („Don´t call it Rente“!). Möge dieser Lebensabschnitt volle Freude, Glück und Erfüllung bringen und dafür sorgen, dass er seine gewonnene freie Zeit genießen kann.

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