Romanbiografie über die junge Eva von Tiele-Winckler

Autorin Lydia Betz-Michels liest im Friedenshort aus »Freliczka«

Freudenberg. Von den Menschen in ihrer Umgebung wurde sie liebevoll „Mutter Eva“ genannt. Eva von Tiele-Winckler, Tochter aus adligem Haus, widmete ihr Leben dem Dienst am Nächsten und gründete 1890 in Miechowitz (Oberschlesien) den Friedenshort. Über ihre Kindheit und die Zeit als junge Erwachsene hat Autorin Lydia Betz-Michels eine Romanbiografie verfasst und stellt ihr Buch am Mittwoch, 8. April, um 18:30 Uhr im Festsaal der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort in Freudenberg vor (Friedenshortstr. 46). 

„Freliczka“ nennen die Bewohner in Miechowitz die jugendliche Eva von Tiele-Winckler ehrfurchtsvoll. Im slawischen Dialekt Oberschlesiens bedeutet das „junges Fräulein“. Mit dreizehn Jahren steht Eva am Sarg ihrer Mutter. In ihrer Familie findet sie keinen Halt. Das elterliche Schloss mit seinen dicken Mauern wird ihr zum Gefängnis. Verstanden fühlt sie sich nur von Thor, ihrem Bernhardiner. „Wer tröstet mich? Wo will ich hin? Was ist mein Weg?“ Mit diesen Fragen steht die verschlossene Jugendliche ganz allein da. Evas Vater hat klare Vorstellungen von ihrer Zukunft: Sie soll einen begüterten und einflussreichen Adligen heiraten und eine Familie gründen. Doch für Reichtum und gesellschaftliche Ereignisse interessiert Eva sich nicht. Stattdessen möchte sie wissen, wie die notleidenden Dorfbewohner leben, nur wenige Hundert Meter vom Schloss entfernt. Aber jeglicher Kontakt zu ihnen wird vom Familienoberhaupt strengstens untersagt ... 

In diese spannende Konstellation, in diesen Zwiespalt bis hin zum Ausbrechen aus den damaligen gesellschaftlichen Konventionen einer Adelsfamilie, um tätige Nächstenliebe auszuüben, nimmt Lydia Betz-Michels die Leserinnen und Leser mit hinein. Herzliche Einladung!

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