Impressionen von der Kinotour
Impressionen von der Kinotour
©Frederic Kiefer
Impressionen von der Kinotour
©Frederic Kiefer
Impressionen von der Kinotour
©Frederic Kiefer
Impressionen von der Kinotour
Impressionen von der Kinotour
Impressionen von der Kinotour
Impressionen von der Kinotour
Impressionen von der Kinotour
Impressionen von der Kinotour
Impressionen von der Kinotour
Impressionen von der Kinotour
© Günther Ahner
Impressionen von der Kinotour
© Günther Ahner
Impressionen von der Kinotour
© Günther Ahner
Impressionen von der Kinotour
© Günther Ahner
Impressionen von der Kinotour
© Günther Ahner
Impressionen von der Kinotour
© Günther Ahner
Impressionen von der Kinotour
© Günther Ahner
Impressionen von der Kinotour
Impressionen von der Kinotour
© Lars Grözinger
Impressionen von der Kinotour
© Lars Grözinger
Impressionen von der Kinotour
© Lars Grözinger
Impressionen von der Kinotour
© Lars Grözinger
Impressionen von der Kinotour
© Jule Jäger
Impressionen von der Kinotour
© Jule Jäger
Impressionen von der Kinotour
© Jule Jäger
Impressionen von der Kinotour
© Jule Jäger
Impressionen von der Kinotour
© Jule Jäger

Nach der Kino-Tour: Stimmen zu „Das fast normale Leben“

Erstellt von Henning Siebel |

Der in der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort (Region Süd) gedrehte Dokumentarfilm lockte knapp 12.000 Gäste in die Kinos!

Für rund drei Monate lief „Das fast normale Leben“ ab 22. Januar 2026 in etwa 100 Programmkinos von Nord bis Süd und Ost bis West und lockte knapp 12.000 Kinogäste an. Ein erfreuliches Ergebnis für den in der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort (Region Süd) entstandenen Dokumentarfilm. Regisseur Stefan Sick führte angeregte Filmgespräche in den Kinos und auch auf Social Media entwickelten sich teils lebhafte Diskussionen. Wir haben einige exemplarische Stimmen „eingefangen“ an medialen Rezensionen und Feedback aus den Vorstellungen. Viele weitere sind auf dem Instagram-Kanal @das_fast_normale_leben_film zu finden. Auf vereinzelt auch kritische Stimmen geht unser Kommentar ein.

Auszüge aus Film-Rezensionen

„Stefan Sick verzichtet in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm Das fast normale Leben auf jede Form von pädagogischem Zeigefinger oder biografischer Analyse. Stattdessen setzt er auf die pure Präsenz. Das Ergebnis ist ein 135-minütiges Protokoll, das dem Zuschauer viel abverlangt – und den porträtierten Mädchen gerade dadurch ihre Würde wiedergibt. […] Ein zentraler – und sicherlich diskussionswürdiger – Punkt ist der strikte Verzicht auf biografische Exposition. Wir erfahren nicht wirklich, warum Leni oder Eleyna in dieser Wohngruppe leben. Es gibt keine Akten, keine Diagnosen, kein „Warum“. Diese Entscheidung verleiht den Mädchen Würde und Autonomie.“ (Markus Solty, Online-Filmdatenbank OFDb)

„Die Message wird schnell klar, ohne dass es dazu irgendwelcher Erklärungen bedarf: Halt entsteht nicht durch perfekte Biografien, sondern durch verlässliche Beziehungen – auch (und erst recht) dort, wo es laut und chaotisch wird. Das Ziel ist nicht Harmonie, sondern es miteinander und mit sich selbst auszuhalten. […] Der Film beobachtet konsequent, aber mit viel Sensibilität und gelegentlich auch mit augenzwinkerndem Humor den Alltag der Mädchen, ihre Ausbrüche und ihre kleinen Fortschritte, aber auch die Probleme im Zusammenleben mit Betreuerinnen, Eltern und Institutionen. Der Regisseur Stefan Sick lässt sich viel Zeit, um ein genaues Bild der Situation und der Entwicklung zu liefern, zeigt die Mädchen als Persönlichkeiten im Zustand permanenter Selbstbehauptung und auf der Suche nach sich selbst: mal großspurig, mal verletzlich, mal unberechenbar – oft alles auf einmal.“ (Gaby Sikorski, Programmkino.de)

„Lena, Leni, Eleyna und Lisann sind die Protagonistinnen in dieser einfühlsamen, behutsam umgesetzten Langzeit-Dokumentation. Sie wünschen sich nur eins: ein normales Leben mit jener Sicherheit und – elterlichen – Geborgenheit, die für viele Kinder und Jugendliche selbstverständlich scheint. Doch dies ist alles andere als selbstverständlich ist, das macht die Doku über diese vier feinfühligen und intelligenten aber auch schwer traumatisierten junge Menschen deutlich. Die Kamera verweilt häufig auf Augenhöhe der Figuren, folgt den Mädchen voller Respekt – und dem nötigen Abstand – durch ihren Alltag und vermeidet jederzeit auch nur den Anflug von Effekthascherei. Auf diese Weise entsteht eine Nähe, die nie voyeuristisch oder aufdringlich wirkt.“ (Björn Schneider, spielfilm.de)

Publikumsstimmen aus der Kino-Tour

„Die Wertschätzung füreinander, die im Film deutlich wird, die ist bewegend, das ist großartig!“

„Ich war sehr berührt von seiner Sensibilität, wie er erzählt und dem beobachtenden Film-Machen, ohne dass dem Zuschauer eine Meinung aufgezwängt wird.“

 „Vor allem junge Fachkräfte sollten den Film sehen, weil er so nah an der Realität ist.“

“Offen, ehrlich und authentisch und wirklich beeindruckend zu sehen, welche Entwicklung die Mädels genommen haben.”

“Dass man mehr zuhören sollte, genauer hinhören und genauer Bedürfnisse lesen ist etwas, was ich in meine eigene Arbeit stärker mit hinneinehmen möchte.”

„Ich kann nur ganz viele Hüte ziehen, es ist richtig mutig von allen, von den Mädchen und auch von den Mitarbeitenden und Eltern, sich so ‚ungeschminkt‘ und ungeschönt zu zeigen!“

„Auch nach über zehn Jahren in der Jugendhilfe hat mich dieser Film emotional sehr berührt und es sind auch Tränchen geflossen … viele.“

„Diese Kinder und Jugendlichen sichtbar zu machen, ihnen eine Stimme zu geben, ist dem Film in besonderer Weise gelungen. Er tut dies auf eine wertvolle und respektvolle Art und zeigt: Wohngruppe ist nicht perfekt, Fachkräfte sind nicht perfekt, Eltern sind nicht perfekt, doch es geht darum, das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten herauszuholen und seine Kraft und Energie in die Kinder zu stecken, für die wir verantwortlich sind.“


Warum dieser Film trotz vereinzelter Kritik richtig und wichtig ist


Kommentar von Henning Siebel, Leiter Unternehmenskommunikation

Bei überwältigender Zustimmung für „Das fast normale Leben“ gibt es auch vereinzelt kritische Stimmen, vor allem aus dem Bereich organisierter „CareLeaver“, die eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten monieren, „Machtmissbrauch“ durch Abhängigkeit, nicht absehbare Langzeitfolgen bis hin zur völlig ablehnenden Haltung „ein solcher Film hätte niemals entstehen dürfen“. Dem möchte ich entgegenhalten: doch, er musste unbedingt entstehen. Dieser Film von Stefan Sick war und ist richtig und wichtig! Vier Argumente sind dabei für mich bedeutsam:

  1. Das filmische Konzept, den Dokumentarfilm konsequent aus dem Blickwinkel der jungen Menschen anzulegen: In stationärer Jugendhilfe betreuten Kindern und Jugendlichen, die ansonsten weitgehend außerhalb gesellschaftlicher Wahrnehmung bleiben, hat der Film eine Stimme verliehen! Für mich ist der Film in mehrfacher Hinsicht ein Plädoyer für Wertschätzung geworden. Wertschätzung für junge Menschen in einem solchen Hilfe-Setting, Wertschätzung für die von großer Empathie und Geduld getragene Arbeit der pädagogischen Mitarbeitenden und drittens Wertschätzung für die Bedeutung dieser Form sozialer Arbeit insgesamt.
     
  2. Jugendhilfe aus dem Dilemma von Vorurteilen, Stigmatisierung und Unkenntnis herauszulösen: Stigmata und Vorurteile entstehen vor allem durch Unkenntnis. Deshalb ist es eine riesige Chance, diesen Stigmata in authentischer und höchst anschaulicher Form mit diesem Dokumentarfilm entgegenzutreten. Fatal ist Unkenntnis auch, wenn sie politische Entscheidungsträger betrifft. Aktuell stehen Leistungen der sozialen Arbeit politisch auf dem Prüfstand. Dieser bewegende Dokumentarfilm kann im besten Wortsinn etwas bewegen und ist in der Lage, einen Bedeutungstransfer zu leisten, um die Wichtigkeit von stationärer Jugendhilfe nicht nur theoretisch zu thematisieren, sondern praktisch zu untermauern!
     
  3. Die sehr positiven Rückmeldungen aus dem Kreis der Protagonistinnen und ihrer Familien: die jungen Menschen und ihr Umfeld stehen zu diesem Film, und das war vor den Dreharbeiten so, während des Drehs und auch jetzt mit zeitlichem Abstand von mehreren Jahren. Hinzu kommt der Rückhalt aus dem Bereich der beteiligten Ämter bis hin zu den übergeordneten verbandlichen Fachstellen.
     
  4. Die zugesicherten Rahmenbedingungen wurden eingehalten: Die Vorgehensweise war behutsam und wertschätzend mit umfassender Beteiligung und Mitsprache durch die Protagonistinnen und ihre Familien, vom Dreh über den Rohschnitt bis zum fertigen Film. Das Schutzkonzept umfasste eine psychologische Begleitung, eine Begleitung durch Experten des Jugendmedienschutzes sowie unter anderem ein bewusst unbiografisches filmisches Vorgehen sowie die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt noch aussteigen zu können. Das Vertrauensverhältnis zu Regisseur Stefan Sick war und ist daher unglaublich groß! Aus meiner Sicht vollkommen zu Recht.

Voraussichtlich im Herbst 2027 wird “Das fast normale Leben” im TV zu sehen sein, und zwar im SWR, der den Film co-produziert hat. Vorführlizenzen, zum Beispiel für Bildungseinrichtungen, Institutionen etc. sind möglich, zuständig ist der Filmverleih mindjazz: dispo[ at ]mindjazz-pictures.de

Links

Filmseite auf Mindjazz-Pictures

Stellungnahme des Filmteams zu Haltung, Verantwortung und Vorgehen

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