mit BM Nicole Reschke
90. Geburtstag von Sr. Audrey im Jahr 2020 mit Besuch von Bürgermeisterin Nicole Reschke (Archiv-Foto)
Schwesternjubiläum (50 Jahre Zugehörigkeit) von Sr. Audrey (1. Reihe mitte) im Kreis von Mitjubilarinnen im Jahr 2013 (Archiv-Foto)

Friedenshort trauert um die Älteste seiner Diakonissen

Erstellt von Henning Siebel |

Sr. Audrey Haddleton ist im Alter von 96 Jahren verstorben.

Freudenberg. Ihren 96. Geburtstag im kleinen Kreis und bereits sehr geschwächt konnte Sr. Audrey Haddleton kürzlich noch feiern, nun ist sie am 16. März 2026 friedlich eingeschlafen. Sie war die älteste Diakonisse in der Friedenshort-Schwesternschaft - einer altersbedingt immer kleiner werdenden Gemeinschaft, der nun noch 22 Diakonissen angehören. Die Trauerfeier für Sr. Audrey ist am Freitag, 20. März, um 10:30 Uhr in der Friedenshort-Kirche, anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof in Freudenberg.

In guter Erinnerung ist vielen noch ihr 90. Geburtstag am 18. Februar 2020. Die Corona-Pandemie hatte begonnen und kurze Zeit später mussten Besuche im Pflegewohnbereich deutlich eingeschränkt werden. Aber so konnte Sr. Audrey zum runden Geburtstag noch Bürgermeisterin Nicole Reschke empfangen. Der Geburtstag war auch in weiterer Hinsicht ein Besonderer: Wenige Wochen zuvor hatte Sr. Audrey neben der Britischen, auch noch die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten! „Von Abschiebung wäre sie wohl nicht bedroht gewesen, dennoch wollten wir aufgrund des Brexits auf der sicheren Seite sein“, erläuterte seinerzeit Personalreferent Carsten Schmidt, der sich um den nicht unerheblichen „Behördenkram“ gekümmert hatte. Auf die Frage eines damaligen Geburtstagsgastes, was sie vom Brexit halte, lautete 2020 ihre diplomatische Antwort: „Das bleibt abzuwarten!“

Geboren wurde Sr. Audrey 1930 in Colwich/Staffordshire. Schon als Kind kommt sie mit dem christlichen Glauben in Berührung, besucht regelmäßig den Kindergottesdienst, dessen Leitung sie als Jugendliche – die Familie war mittlerweile nach Worcester umgezogen – übernahm. Nach der Schule absolviert sie eine Ausbildung in der Krankenpflege und schließt noch eine Hebammenausbildung an. Schon als junge Frau wird ihr klar, dass sie ihr Leben in den Dienst Gottes stellen möchte. Ihr Wunsch in Südamerika zu arbeiten verwirklicht sich jedoch nicht. 1953 wird sie Gemeindeschwester in Wolverhampton und leitet dort auch die Jugendarbeit. Ab 1955 besucht sie eine Bibelschule in Wales. Der herzliche Kontakt zu einer deutschen Jugendgruppe macht sie neugierig auf Deutschland. Sie absolviert ein Jahr später ein Praktikum in der Kinderheimat Mistlau des Friedenshortes und bekommt so ihren ersten Kontakt zu diesem sozial-diakonischen Werk. Sr. Audrey studiert Deutsch in Hamburg und arbeitet parallel in Hamburg-Bahrenfeld, ebenfalls in einer Friedenshort-Einrichtung. 1960 lernt sie dann erstmals das Mutterhaus in Freudenberg kennen und in ihr reift der Wunsch, der Friedenshort-Schwesternschaft anzugehören, in die sie 1963 eintritt. Sie arbeitet als Kinderschwester in verschiedenen Einrichtungen, von 1973 bis 1982 im Krankenhaus Bethesda in Freudenberg und danach bis zu ihrem Ruhestand in der Pflege der älteren Schwestern im Mutterhaus.

Ihr ehrenamtliches Engagement im CVJM Freudenberg führt sie im Rahmen der sogenannten Weltdienstarbeit in den 1990er Jahren mehrmals nach Ghana. In Kade unterstützt sie die Schulleiterin bei der Weiterentwicklung einer privaten Schule christlicher Ausrichtung. „Bei allem ist der Herr immer bei mir gewesen“, so sagte es Sr. Audrey 2020 rückblickend. Nun darf sie bei Gott, ihrem Herrn sein, dem sie stets vertraut hat.

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