Berlin-Lichtenrade. Im Januar 2024 betrat ich zum ersten Mal das fast fertiggestellte Gebäude in der Finchleystraße 10 in Berlin-Lichtenrade. Von Beginn an verströmte das Haus eine Atmosphäre von Offenheit und Neubeginn, Zugewandtheit und Chancen, Freundlichkeit und Zuwendung. Schon nach wenigen Minuten stand fest: Hier möchte ich arbeiten! Hier möchte ich mich als Einrichtungsleitung in den Aufbau von drei Wohngruppen mit insgesamt 16 betreuten Menschen in besonderer Wohnform einbringen und ein multiprofessionelles Team zusammenstellen. Ein Team, das die christlichen Grundwerte des Werkes, die Vorgaben des Teilhabegesetzes und die Besonderheiten des Hauses miteinander verbindet und in der täglichen Arbeit umsetzt. Die Bedingungen sind optimal.
Über die bauliche Entwicklung des Hauses wurde in der Vergangenheit schon berichtet. Mir ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass sich die zuweilen auf die Probe gestellte Geduld während der langen Bauphase und das immer wieder nötig gewordene Verschieben der Eröffnung mehr als gelohnt haben. Zurzeit werden die letzten Handgriffe bei den Außenarbeiten getätigt, um das wunderbare Gesamtbild abzurunden.
Die kleinen Gruppen mit fünf bzw. sechs Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglichen es, Individualität und Selbstbestimmtheit zu leben und Teilhabe umzusetzen. Dies zeigt sich schon jetzt, kurz vor dem Einzug, durch die sehr persönliche Einrichtung der Einzelzimmer und der Gruppenräume. Darüber hinaus bietet der gute Betreuungsschlüssel Raum für eine bedarfsgerechte pädagogische Arbeit, die sich an den Bedürfnissen und Wünschen jedes einzelnen betreuten Menschen orientiert. Das multiprofessionelle Team hat sich bereits vor der Eröffnung zusammengefunden, seine vielfältigen Kompetenzen gebündelt und die konzeptionellen Grundlagen für die tägliche Arbeit geschaffen. In vier Treffen für Angehörige, Bewohnerinnen und Bewohner konnten sich alle schon näher kennenlernen.
Eine weitere Besonderheit des Hauses Finchleystraße ist der öffentliche Bereich. Dieser besteht aus einer Cafeteria, einem Festsaal und der Kapelle der Kirchengemeinde Lichtenrade. Verschiedene öffentliche Träger wie »Laib & Seele«, das »Quartiersmanagement John-Locke-Siedlung« und die Familienberatungsstelle »MaLi« werden in naher Zukunft diese Räume nutzen. Unsere Bewohnerinnen und Bewohner haben somit barrierefreien Zugang zum öffentlichen Leben in direkter Nachbarschaft zu ihrem Wohnraum und damit die Chance auf aktiv gelebte Inklusion bei gleichzeitigem Schutz der Privatsphäre.
Ich freue mich darauf, das Haus Finchleystraße mit Leben zu füllen und die inhaltlichen Vorhaben umzusetzen. Außerdem bin ich gespannt und neugierig, welche – bislang vielleicht ungeahnten – Aspekte sich nach der Eröffnung und dem Einzug der ersten Bewohnerinnen und Bewohner zeigen werden.
Abschließend möchte ich nicht vergessen zu betonen, dass die Planung, die bauliche Umsetzung, die inhaltliche Konzeption und nicht zuletzt all die vertraglichen Vorgänge rund um die bevorstehende Eröffnung die Leistung eines großen und starken Teams ist: Geschäftsführung, Bauleitung, Vertrags- und Rechnungswesen, Personalabteilung und Personalakquise, Regionalleitung, Haustechnik und Hauswirtschaft, pädagogische Mitarbeitende, der Berliner Senat und unsere neuen Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörige. Herzlichen Dank!
Ein besonderes Haus für besondere Menschen
Erstellt von André Klinkenstein |
Das Haus Finchleystraße in Berlin füllt sich nach einer langen Bauphase mit Leben. Ein Einblick.




