Das Friedenshortwerk – Hausmagazin

Friedenshortwerk Das Ausgabe 1/2026

Inhaltsverzeichnis ZUM EINGANG 4 Vorwort FRIEDENSHORT 6 Nach der Kino-Tour: Stimmen zu »Das fast normale Leben« 10 Dreharbeiten zu Diakonissen-Portraits fortgesetzt 12 Gemeinsam 530 Jahre im Dienst für andere Menschen 14 Fortbildung, Austausch, Impulse: Das FORUM FRIEDENSHORT 16 Anspruchsvolle Themen und reger Austausch bei der Westkonferenz 2026 20 Gewaltschutz für Mitarbeitende – denn (S)sie sind uns wichtig! INDIEN-PROJEKT SHANTI 22 Schockmoment und zugleich Bewahrung: Brandunfall im Jungenwohnheim in Indien KURZ BERICHTET 24 Meditativ und kreativ Kraft geschöpft 24 Dienstjubiläum 2025 25 Kinder und Jugendliche erlebten Politik hautnah 26 »Unser Garten – unser Wohlfühlort« 27 Christliche Feste feiern – Orientierung im Kirchenjahr 28 Workshop »Freundschaft, Mobbing und soziale Kompetenz« im Jugendtreff Westhang 29 Neue Perspektiven für die Führungsarbeit: Klausur in Hechingen 30 Klettern zu jeder Jahreszeit AUS DEN REGIONEN 32 Tschüss, Sabine Handl-Bauer! 34 50 Jahre Erziehungsberatungsstelle 36 Drei neue Leitungsverantwortliche eingeführt 38 100 Jahre Dorsten – eine Geschichte mit Höhen und Tiefen 42 Vom Neuanfang zur Perspektive – wie Frau D. ihren Weg meistert 46 Deeskalation in Theorie und Praxis – ein Erfahrungsbericht 47 Meine erste Bundestagung der Tagesgruppen: Eine Momentaufnahme 48 Multikulti-Fest in Berlin-Friedenau 49 Ein grandioses inklusives Musikfest im Garten 50 Neues Klettergerüst mit Freude in Beschlag genommen NACHRUFE IMPRESSUM © Titelbild: Begegnungen im neuen Sinnesgarten

Wachstum braucht Zeit, Licht und Geduld. Und auch wenn ich den Weg nicht komplett sehe – Gott geht ihn mit mir, Schritt für Schritt, mitten im Alltag. Gemeindebrief.de © Foto: astrosystem – stock.adobe.com

»Die Hoffnung haben wir als einen festen Anker unserer Seele.« Hebräer 6,19 blauer Himmel, die Sonne wärmt und eigentlich könnten wir doch dankbar unsere Tage genießen und hoffnungsvoll dem Sommer entgegenblicken. Wäre da nicht – der Krieg und die Gewaltspirale mit immer neuen Eskalationen, wäre da nicht die Klimakatastrophe mit immer häufigeren Extremwetterphänomenen, wäre da nicht die Inflation, der Energiepreis, die Sorge um Wohlstand und um ein auskömmliches Leben. Wäre da nicht das Leid und der so dringend notwendige Schutz für die Hilfesuchenden an Europas Grenzen und die von Abschiebung Bedrohten. Wäre da nicht das sich radikalisierende hasserfüllte politische Klima, mit Menschen, die die Würde des Menschen infrage stellen und Menschen wieder klassifizieren. Wäre da nicht. Ach, es ist zum Davonlaufen: Aber wohin??? In solchen Momenten, in denen in mir die Stimme des »Ach, wie furchtbar – wie soll das nur werden?« so laut wird und ich am liebsten in den großen Jammerreigen einstimmen würde, der gänzlich ohne Problemlösungsansätze und jede Form von realistischem Optimismus auskommt, da möchte ich wohl laufen. Sogleich stelle ich mir die Frage: Wohin denn eigentlich? Und wovor weg? Wen lasse ich zurück? Schon ändert sich meine Stimmung und ich denke: Jetzt ist aber Schluss mit dieser Jammerei! Wem hilft sie wirklich? Löst sich auch nur ein winziges Problem, für einen einzigen Menschen, wenn wir uns in der Jammerschleife einrichten? Es nützt nur denen, die alles kaputt reden, Stimmung machen und doch keine Lösungen haben! Mein Blick fällt noch einmal auf den Monatsspruch für den Mai dieses Jahres. Er ist aus dem Hebräerbrief, der nicht gerade für einfache Sprache bekannt ist, aber hier sehr handfest formuliert: »Die Hoffnung haben wir als einen festen Anker unserer Seele.« Und ich denke, ja, genau dieser Anker hält mich in den Stürmen der Zeit, in den Stürmen des Lebens. Ich habe die Hoffnung, dass ich mit all dem, was es zu regeln, zu lösen, zu gestalten, zu ändern gibt in unserer Welt nicht allein bin. Viele Menschen überall auf der Welt sind mit mir unterwegs, tragen die Hoffnung im Herzen, dass wir alle aufgehoben sind von dem einen, der Anker und Hoffnungsgeber ist, dessen Sohn nach dem Kreuzestod auferstanden ist und der seinen Geist in die Welt schickt, um Menschen im Miteinander und zum Frieden starkzumachen. Dieses Vertrauen in Gott und die Menschen gebe ich nicht auf und es macht die Stimme in mir laut, die dem »Ach, wie furchtbar« entgegenhält: Ja, furchtbar, stimmt. Aber so darf es nicht bleiben, trage du dein Möglichstes dazu bei, das sich etwas ändert. Mach mit, schlichte Streit und Gewalt, schenke Vergebung. Vielleicht kannst du heute einen Krieg beenden, und sei es nur für einen Menschen. Schütze, stärke, verteidige, Liebe Freundinnen und Freunde des Friedenshortes, 4 VORWORT

durchbreche die Spiralen der Gewalt. Du kannst Leben retten, ein einziges vielleicht nur für einen Tag. Blick auf deinen Energieverbrauch, rette das Klima und damit Leben, und sei es nur ein klein wenig. Vielleicht rettest du nur ein kleines Lebewesen oder eine Sekunde die Welt. Geh aufrecht, mach anderen Mut und setze deine Kraft ein, und sei es nur ein kleiner, winzig kleiner Kraftakt – jedes »Nur« ist wertvoll. Mach mit, indem du mit Gott redest und seine Hoffnung, seine Kraft spürst und du sie in die Welt trägst mit allen, die das Leben, diese Welt zu sehr lieben, als dass wir hoffnungslos und verzweifelt unterwegs sein könnten. Schau, wie schön der Himmel ist, wie wunderbar das Meer, das Rauschen der Bäume, der atemberaubende Blick in den Bergen, die kleine Biene oder das Grün, das sich Bahn bricht. Das sind Ankergeschenke Gottes, für uns, damit wir Mut finden in diesen Zeiten. Ihre Pfrn. Ute Riegas-Chaikowski Leitende Theologin VORWORT 5

Nach der Kino-Tour: Stimmen zu »Das fast normale Leben« Für ca. drei Monate lief »Das fast normale Leben« ab Mitte Januar 2026 in rund 100 Programmkinos von Nord bis Süd und Ost bis West und lockte knapp 12.000 Kinogäste an. Ein erfreuliches Ergebnis für den in der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort (Region Süd) entstandenen Dokumentarfilm. Regisseur Stefan Sick führte angeregte Filmgespräche in den Kinos und auch auf Social Media entwickelten sich teils lebhafte Diskussionen. Wir haben einige exemplarische Stimmen »eingefangen« an medialen Rezensionen und Feedback aus den Vorstellungen. Viele weitere sind auf dem Instagram-Kanal @das_fast_normale_leben_film zu finden. Auf vereinzelt auch kritische Stimmen geht unser Kommentar ein. »Stefan Sick verzichtet in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm Das fast normale Leben auf jede Form von pädagogischem Zeigefinger oder biografischer Analyse. Stattdessen setzt er auf die pure Präsenz. Das Ergebnis ist ein 135-minütiges Protokoll, das dem Zuschauer viel abverlangt – und den porträtierten Mädchen gerade dadurch ihre Würde wiedergibt. […] Ein zentraler – und sicherlich diskussionswürdiger – Punkt ist der strikte Verzicht auf biografische Exposition. Wir erfahren nicht wirklich, warum Leni oder Eleyna in dieser Wohngruppe leben. Es gibt keine Akten, keine Diagnosen, kein ›Warum‹. Diese Entscheidung verleiht den Mädchen Würde und Autonomie.« Markus Solty, Online-Filmdatenbank Zeise-Kino, Hamburg 6 FRIEDENSHORT

»Die Message wird schnell klar, ohne dass es dazu irgendwelcher Erklärungen bedarf: Halt entsteht nicht durch perfekte Biografien, sondern durch verlässliche Beziehungen – auch (und erst recht) dort, wo es laut und chaotisch wird. Das Ziel ist nicht Harmonie, sondern es miteinander und mit sich selbst auszuhalten. […] Der Film beobachtet konsequent, aber mit viel Sensibilität und gelegentlich auch mit augenzwinkerndem Humor den Alltag der Mädchen, ihre Ausbrüche und ihre kleinen Fortschritte, aber auch die Probleme im Zusammenleben mit Betreuerinnen, Eltern und Institutionen. Der Regisseur Stefan Sick lässt sich viel Zeit, um ein genaues Bild der Situation und der Entwicklung zu liefern, zeigt die Mädchen als Persönlichkeiten im Zustand permanenter Selbstbehauptung und auf der Suche nach sich selbst: mal großspurig, mal verletzlich, mal unberechenbar – oft alles auf einmal.« Gaby Sikorski programmkino.de »Lena, Leni, Eleyna und Lisann sind die Protagonistinnen in dieser einfühlsamen, behutsam umgesetzten Langzeit-Dokumentation. Sie wünschen sich nur eins: ein normales Leben mit jener Sicherheit und – elterlichen – Geborgenheit, die für viele Kinder und Jugendliche selbstverständlich scheint. Doch dies ist alles andere als selbstverständlich, das macht die Doku über diese vier feinfühligen und intelligenten, aber auch schwer traumatisierten junge Menschen deutlich. Die Kamera verweilt häufig auf Augenhöhe der Figuren, folgt den Mädchen voller Respekt – und dem nötigen Abstand – durch ihren Alltag und vermeidet jederzeit auch nur den Anflug von Effekthascherei. Auf diese Weise entsteht eine Nähe, die nie voyeuristisch oder aufdringlich wirkt.« Björn Schneider spielfilm.de Filmtheater Schauburg, Karlsruhe Premiere in Stuttgart, © Lars Grözinger FRIEDENSHORT 7

Publikumsstimmen aus der Kino-Tour »Die Wertschätzung füreinander, die im Film deutlich wird, die ist bewegend, das ist großartig!« »Diese Kinder und Jugendlichen sichtbar zu machen, ihnen eine Stimme zu geben, ist dem Film in besonderer Weise gelungen. Er tut dies auf eine wertvolle und respektvolle Art und zeigt: Wohngruppe ist nicht perfekt, Fachkräfte sind nicht perfekt, Eltern sind nicht perfekt, doch es geht darum, das Beste aus den vorhandenen Möglich- keiten herauszuholen und seine Kraft und Energie in die Kinder zu stecken, für die wir verantwortlich sind.« »Vor allem junge Fachkräfte sollten den Film sehen, weil er so nah an der Realität ist.« »Ich war sehr berührt von seiner Sensibilität, wie er erzählt und dem beobachtenden Film-Machen, ohne dass dem Zuschauer eine Meinung aufgezwängt wird.« »Ich kann nur ganz viele Hüte ziehen, es ist richtig mutig von allen, von den Mädchen und auch von den Mitarbeitenden und Eltern, sich so ›ungeschminkt‹ und ungeschönt zu zeigen!« »Auch nach über zehn Jahren in der Jugendhilfe hat mich dieser Film emotional sehr berührt und es sind auch Tränchen geflossen … viele.« © mindjazz pictures Smalltalk in Ludwigsburg 8 FRIEDENSHORT

Bei überwältigender Zustimmung für »Das fast normale Leben« gibt es auch vereinzelt kritische Stimmen, vor allem aus dem Bereich organisierter »CareLeaver«, die eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten monieren, »Machtmissbrauch« durch Abhängigkeit, nicht absehbare Langzeitfolgen bis hin zur völlig ablehnenden Haltung »ein solcher Film hätte niemals entstehen dürfen«. Dem möchte ich entgegenhalten: doch, er musste unbedingt entstehen. Dieser Film von Stefan Sick war und ist richtig und wichtig! Vier Argumente sind dabei für mich bedeutsam: 1. Das filmische Konzept, konsequent den Blickwinkel der jungen Menschen einzunehmen: In stationärer Jugendhilfe betreuten Kindern und Jugendlichen, die ansonsten weitgehend außerhalb gesellschaftlicher Wahrnehmung bleiben, hat der Film eine Stimme verliehen! Für mich ist der Film in mehrfacher Hinsicht ein Plädoyer für Wertschätzung geworden. Wertschätzung für junge Menschen in einem solchen Hilfe-Setting, Wertschätzung für die von großer Empathie und Geduld getragene Arbeit der päda- gogischen Mitarbeitenden und drittens Wertschätzung für die Bedeutung dieser Form sozialer Arbeit insgesamt. 2. Jugendhilfe aus dem Dilemma von Vorurteilen, Stigmatisierung und Unkenntnis herauszulösen: Stigmata und Vorurteile entstehen vor allem durch Unkenntnis. Deshalb ist es eine riesige Chance, den Stigmata in authentischer Form mit diesem Dokumentarfilm entgegenzutreten. Aktuell stehen Leistungen der sozialen Arbeit politisch auf dem Prüfstand. Dieser bewegende Dokumentarfilm kann im besten Wortsinn etwas bewegen und ist in der Lage, einen Bedeutungstransfer zu leisten, um die Wichtigkeit von stationärer Jugendhilfe nicht nur theoretisch zu thematisieren, sondern praktisch zu untermauern! 3. Die sehr positiven Rückmeldungen aus dem Kreis der Protagonistinnen und ihrer Familien: Die jungen Menschen und ihr Umfeld stehen zu diesem Film, auch jetzt noch mit zeitlichem Abstand von mehreren Jahren. Hinzu kommt der Rückhalt aus dem Bereich der beteiligten Ämter bis hin zu den übergeordneten verbandlichen Fachstellen. 4. Die zugesicherten Rahmenbedingungen wurden eingehalten: Die Vorgehensweise war behutsam und wertschätzend mit umfassender Beteiligung und Mitsprache durch die Protagonistinnen und ihre Familien. Das Schutzkonzept umfasste eine psychologische Begleitung, eine Begleitung durch Experten des Jugendmedienschutzes sowie unter anderem ein bewusst unbiografisches filmisches Vorgehen sowie die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt noch aussteigen zu können. Das Vertrauensverhältnis zu Regisseur Stefan Sick war und ist daher unglaublich groß! Aus meiner Sicht vollkommen zu Recht. Warum dieser Film trotz vereinzelter Kritik richtig und wichtig ist Kommentar von Henning Siebel, Leiter Unternehmenskommunikation FRIEDENSHORT 9

Dreharbeiten zu Diakonissen-Portraits fortgesetzt Freudenberg. Es war zunächst ein gehöriger Schreck, als im vergangenen Jahr der heimische Filmemacher Alexander Fischbach mit großem Bedauern mitteilen musste, aufgrund einer beruflichen Neuorientierung aus dem Projekt auszusteigen. Umso erfreulicher und auch mit einer ordentlichen »Portion« Erleichterung verbunden war dann die Zusage von Dokumentarfilmer Stefan Sick, das Filmprojekt sehr gerne fortzusetzen. Im Zuge des Dokumentarfilms »Das fast normale Leben« hatte man sich bereits ausgiebig kennen und schätzen gelernt, so dass das Vorhaben sicher in guten Händen ist. Im April sind die Dreharbeiten im Friedenshort fortgesetzt worden. Neben den durch Christina Hohmann und Henning Siebel geführten Interviews hat Stefan Sick, begleitet von Marc Eberhardt (Licht und Ton), auch etliche Impressionen schwesternschaftlichen Lebens eingefangen: von der Morgenandacht über gemeinsames Essen bis zum Spielnachmittag. Die Hauptarbeit der Postproduktion wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die geführten Interviews werden in unterschiedlichen Längen für unterschiedliche Kanäle aufbereitet. Hierzu ist Stefan Sick auf die intensive redaktionelle Mitarbeit der Dreharbeiten bei der Morgenandacht in der Friedenshort-Kirche Sr. Irmchen Bilinski erläutert mitgebrachte Fotos 10 FRIEDENSHORT

Abteilung Unternehmenskommunikation angewiesen. Angedacht ist zudem für die Zukunft ein besonderer audiovisueller Ort, der diese konservierten filmischen Autobiografien allen Interessierten zugänglich macht. Unabhängig von den Darstellungsmöglichkeiten gilt jedoch: Die teilnehmenden Schwestern sind stellvertretende Zeitzeuginnen für die Lebensleistung aller Friedenshort-Diakonissen. Mit den sehr persönlichen Interviews sollen dieser segensreiche Dienst und die Entscheidung, ein Leben als Diakonisse zu führen, in zeitgemäßer Form dauerhaft zugänglich bleiben! (hs) In der Wohnung von Sr. Hanna Hinkel mit Katze »Betty«, die der Schwesternschaft vor etlichen Jahren zugelaufen ist Sr. Christa Grams ließ sich beim Klavierspielen aufnehmen FRIEDENSHORT 11

Gemeinsam 530 Jahre im Dienst für andere Menschen Freudenberg. In der Pfingstwoche durften wir in der Schwesternschaft ein besonderes Jubiläum feiern. Acht unserer Schwestern blickten dankbar auf viele Jahrzehnte ihres Dienstes zurück. Gemeinsam feierten wir ihre Jubiläen mit der Zugehörigkeit von 50 bis 75 Jahren als Diakonisse im Friedenshort. Gemeinsam stehen sie somit 530 Jahre im Dienst für Gott. In ihren Arbeitsjahren waren sie für viele junge und ältere Menschen mit unterschiedlichem Hilfebedarf da. Wir begannen mit einem festlichen Abendbrot, zu dem auch unser Vorstand eingeladen war. Miteinander besprachen wir das Programm der Jubiläumstage. Die Woche war geprägt von Dankbarkeit, Begegnung und geistlicher Gemeinschaft. In den Bibelarbeiten von Pfr. Christian Wagener beschäftigten wir uns intensiv mit dem Buch Ester und entdeckten neu, wie Gott Menschen führt, obwohl er dort gar nicht erwähnt wird. Dieses Buch wird uns in der nächsten Zeit noch weiter begleiten. Die gemeinsamen Mahlzeiten boten viel Raum für Erinnerungen, Gespräche und fröhliches Miteinander. An den Nachmittagen erzählten unsere Schwestern aus ihrem Leben. Mit großer Dankbarkeit berichteten sie über die Führungen Gottes in ihrem Leben, besonders auch in schweren Zeiten. Zu unserer großen Freude konnten alle Schwestern, auch unsere Ältesten, in unserer Mitte sein. Ein besonderer Höhepunkt war der Ausflug nach Oberkirchen, an dem auch einige Bewohnerinnen unserer Hausgemeinschaft teilnahmen. Mit einem Bus ging es durch die herrliche Frühlingslandschaft und alle genossen das Grün der Bäume und den Sonnenschein, aber genauso die Gemeinschaft untereinander. Wir stärkten uns bei Kaffee und Kuchen und fuhren am späten Nachmittag wieder zurück. Hintere Reihe: Leitende Theologin Ute Riegas-Chaikowski, Sr. Brigitte Oelschläger, Sr. Renate Kunert, Sr. Irmgard Franz, Oberin Sr. Christine Killies, Pfr. Christian Wagener Vordere Reihe: Sr. Marianne Weber, Sr. Eva Oehme, Sr. Gerda Leng, Sr. Anita Strzoda, Sr. Hanna Christenn 12 FRIEDENSHORT

Zum Wochenende erwarteten wir viele Gäste, die von den Jubilarinnen eingeladen worden waren. So entstand eine große Gemeinschaft bereits beim Abendmahlsgottesdienst am Samstag vor Pfingsten. Im festlichen Gottesdienst am Pfingstsonntag wurden unsere Jubilarinnen durch Pfrn. Riegas-Chaikowski und Pfr. Wagener gesegnet und alle bekamen ein persönliches Gotteswort zugesprochen. So wurde sichtbar, wie Gott Menschen über viele Jahrzehnte treu begleitet und wie reich sein Segen ist. Am Nachmittag kamen wir zu einem festlichen Kaffeetrinken mit allen Gästen im Festsaal zusammen. Lob- und Danklieder wurden gesungen und Sr. Renate Kunert berichtete aus ihren 60 Jahren des Dienstes in vielen verschiedenen Arbeitsfeldern im Friedenshort. Das gemeinsame Abendessen in unserem Speisesaal rundete dieses frohe und gesegnete Fest ab. Wir danken auch unseren Mitarbeitenden aus Küche und Hauswirtschaft. Sie haben alles dafür getan, dass sich unsere Jubiläumsschwestern rundum wohlfühlten und es ihnen an nichts fehlte. Sr. Christine Killies Scan mich Weitere Fotos vom Schwesternjubiläum FRIEDENSHORT 13

Fortbildung, Austausch, Impulse: Das FORUM FRIEDENSHORT Freudenberg. Das Forum ist das Herz einer Stadt. In einer antiken Stadt finden Sie unweigerlich dahin, wo sich die Hauptstraßen kreuzen, wo Bewegung ist und Leben. Hier ist der Markt – Umschlagplatz für Lebensmittel und Waren, aber auch für Informationen und Ideen. Das Forum ist Treffpunkt und Kommunikationszentrale. Auch der Friedenshort hat sein FORUM: überall in den Regionen, wo Menschen sich begegnen und im Austausch stehen. Doch besonders sichtbar und erlebbar wird es am Hauptsitz in Freudenberg. Hier kreuzen sich die Wege von Kolleginnen und Kollegen aus allen Regionen und Arbeitsbereichen. Unterschiedliche Professionen und Perspektiven treffen aufeinander. Spannend – in jeglicher Hinsicht. Es entstehen Angebote zum Austausch von Gedanken und Erfahrungen, zur gemeinsamen Analyse der Situation und zur Entscheidungsfindung mit Blick auf die Zukunft. Hier ist Gelegenheit, Impulse zu setzen und zu empfangen, um Fragen zu stellen und um keine Antwort verlegen zu bleiben. Das FORUM bietet Raum für das, was aktuell Scan mich Fortbildungsübersicht und Kontaktdaten Nicole Korn | Koordination Fortbildung 14 FRIEDENSHORT

bewegt und herausfordert – und für das, was uns verbindet und trägt. Es soll und darf Zeit sein, um nach Gott und der Welt zu fragen und das eigene Profil weiterzuentwickeln – persönlich wie in der gemeinsamen Arbeit, fachlich wie diakonisch. Was der Markt der Möglichkeiten des FORUM FRIEDENSHORT bietet, ist auf unserer Website www.friedenshort.de zu finden – unter »Top Links« und »Fortbildungen«. Schauen Sie öfter vorbei. Das Programm wird regelmäßig aktualisiert und ist dreifach gegliedert: in Netzwerktreffen sowie in fachspezifische und diakonische Themen. Wir freuen uns, wenn sich unsere Wege bald (wieder) kreuzen – auf dem FORUM FRIEDENSHORT. Nicole Korn/Christian Wagener Diakonie/Theologie/Fortbildung Betrieb des Gästehauses/ BildungsCampus in Mehltheuer eingestellt In den letzten Jahren gab es große Anstrengungen und Versuche, den Fortbestand dieser besonderen Immobilie zu ermöglichen. Am Ende stand eine Entscheidung, die allen Verantwortlichen sehr schwergefallen ist und auch traurig gestimmt hat, angesichts von nicht zu stemmenden Sanierungs-, Modernisierungs- und Betriebskosten. Ein zukunftsfähiger und wirtschaftlich darstellbarer Betrieb des Hauses war trotz aller Bemühungen nicht realisierbar. Das Kuratorium der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort hat in Abstimmung mit dem Vorstand daher im vergangenen Herbst beschlossen, den Betrieb in Mehltheuer zum 31. Dezember 2025 einzustellen. Pfrn. Ute Riegas-Chaikowski Götz-Tilman Hadem, Vorstand FRIEDENSHORT 15

Anspruchsvolle Themen und reger Austausch bei der Westkonferenz 2026 Freudenberg/Berlin. Begegnung, Gespräch und Austausch zu wichtigen Themen in Mitgliedseinrichtungen der Mutterhaus-Diakonie sind jährlich fester Bestandteil von Regionalkonferenzen im Kaiserswerther Verband deutscher Diakonissen-Mutterhäuser e. V. mit Sitz in Berlin. Für die Westkonferenz war in diesem Jahr die Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort in Freudenberg (Südwestfalen) Gastgeberin vom 24. bis 25. Februar. Dazu begrüßte der Vorstand mit Leitender Theologin Pfrn. Ute Riegas-Chaikowski und Kaufmännischem Leiter Götz-Tilman Hadem die Teilnehmenden im Konferenzraum der Gesamtverwaltung. Die wesentlichen Arbeitsfelder und hauptsächlichen Standorte des Friedenshortes stellte Henning Siebel (Leiter Unternehmenskommunikation) in einer Präsentation aus Bildern und Videoclips vor. Zwei durchaus anspruchsvolle Themen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Westkonferenz: »Führung, VerDr. Lena Marbacher referierte zu »Arbeit. Macht. Missbrauch« 16 FRIEDENSHORT

antwortung und Macht(Missbrauch)« sowie »Rechtliche Aspekte der Anerkennungsleistungen für erlittene sexualisierte Gewalt in Einrichtungen von Kirche und Diakonie«. In seiner Andacht zum Auftakt verband Pfr. Thomas Lunkenheimer, theolog. Vorstand der Diakonie Stiftung Salem, als Vorsitzender der Westkonferenz seine Gedanken zur Passionszeit mit diesen beiden Themen. Den Leidensweg Jesu in den Blick zu nehmen fordere zu einer Neuorientierung heraus. Die Art und Weise, wie Jesus mit Menschen umgegangen und ihnen liebevoll begegnet sei, müsse dazu führen, eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen, gerade mit Blick auf die Aspekte Macht und Missbrauch. Für das Auftaktthema »Führung, Verantwortung und Macht(missbrauch)« war Dr. Lena Marbacher zu Gast, Autorin und freie Journalistin mit Schwerpunktthemen Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei definierte die Referentin zunächst, welche Aspekte für Machtmissbrauch bedeutsam sind und dass auch Formen von Kritik dazu zählen: »Wenn Kritik herabwürdigt und fortwährend nicht mit Fakten belegt werden kann, dann ist das Machtmissbrauch!« Daher sei es wichtig, Leistung anhand von klaren, transparenten Zielen zu beurteilen. Ein weiterer Schwerpunkt Marbachers galt der Unternehmenskultur mit Blick auf festgestellten (sexuellen) Missbrauch. Wichtig sei dabei, mit klaren Regeln im Sinne der Betroffenen zu handeln, inklusive rascher Konsequenzen: »Wer nicht direkt sanktioniert, duldet und bestärkt damit das Fehlverhalten!« Die Referentin zeigte etliche Möglichkeiten auf, die aus ihrer Sicht zu einer guten Kultur des Miteinanders gehören und Macht(missbrauch) entgegenwirken. Dazu gehören unter anderem formale und informale Regeln, damit sich Menschen leicht anvertrauen können, Anreize für das Mitwirken an guten Strukturen, Workshops und Evaluation sowie sozialer Druck. Der engagierte Vortrag führte zu einer angeregten Diskussion und bot viele Impulse, die von den Teilnehmenden in ihre Einrichtungen mitgenommen werden konnten. Am Folgetag war nach dem Andachtsimpuls von Pfrn. Ute Riegas-Chaikowski per Teams-Konferenz Dr. Max Mälzer zugeschaltet, Hauptgeschäftsführer des Verbands diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD). Er referierte zu rechtlichen Aspekten der so genannten Anerkennungsleistungen, die bislang regional unterDie Themen der Konferenz boten reichlich Raum zur Diskussion FRIEDENSHORT 17

schiedliche Anerkennungsverfahren und Leistungsmodelle vereinheitlichen sollen. »Dies ist als Reaktion auf die Forumsstudie zu verstehen, um Verbesserungen im Verfahren im Sinne der betroffenen Personen bundesweit durchzusetzen«, erläuterte Dr. Mälzer. Neben einem niederschwelligen Antragsverfahren, der individuellen Leistung und (bei strafbarer Tat) auch Pauschalleistung seien als weitere Kernpunkte das Recht auf ein Gespräch sowie eine reine Plausibilitätsprüfung wesentliche Elemente. Der Stand der bundesweiten Umsetzung ist laut Dr. Mälzer relativ weit fortgeschritten. Einige aus Sicht der Diakonie wesentliche Aspekte seien in die Richtlinien eingeflossen, unter anderem verpflichtende Informationen an die Träger/Dienstgeber über das Verfahren. Einen regen Austausch im Plenum gab es zum Aspekt, wie solche Anerkennungsleistungen gemeinnützigkeitskonform gewährt werden können. Nach bisherigen Rückmeldungen von Steuerbehörden gibt es diesbezüglich noch Klärungsbedarf. Informationen aus den Mitgliedseinrichtungen, Begegnungen mit der Friedenshort-Schwesternschaft beim gemeinsamen Abend- und Mittagessen sowie eine kurzweilige Altstadtführung mit dem Freudenberger Nachtwächter Richard Flender rundeten die Tagung ab. Zur neuen Vorsitzenden der Westkonferenz wurde Pfrn. Martina Tirre (Vorstand Kurhessisches Diakonissenhaus Kassel) gewählt. Ihre Stellvertreterin ist Dagmar Nitschke (Pflegevorstand diakonis Detmold). (hs) Die Teilnehmenden mit Referentin Dr. Lena Marbacher (4. v. r.) 18 FRIEDENSHORT

Gott gibt uns nicht fertige Paläste, sondern Baumaterial für unser Leben – nur manchmal verlegen wir das Werkzeug. Image Juli/August 2026 © Foto: lotharnahler – stock.adobe.com

&$!# Gewaltschutz für Mitarbeitende – denn (S)sie sind uns wichtig! Viele unserer Mitarbeitenden kennen Kinderschutzkonzepte oder Gewaltschutzkonzepte für Kinder und Jugendliche bzw. junge Menschen. Diese sind seit dem 1. Januar 2012 in Einrichtungen der Jugend- und Eingliederungshilfe gesetzlich vorgeschrieben. Die Anforderungen an ein solches wurden mit Einführung des Kinder- und Jugendstärkungsgesetz zum 10. Juni 2021 nochmals konkretisiert und verschärft. Auch wir als Gesamtwerk haben uns in allen Regionen dezidiert mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen auseinandergesetzt, Arbeitsgruppen und Qualitätszirkel gebildet, Risiken und Potenziale analysiert, uns gegenseitig unterstützt, abgestimmt und beteiligt. Selbstkritisch müssen wir festhalten, dass wir zumindest eine wichtige Personengruppe zunächst außer Acht gelassen haben … uns selbst … uns alle, die Mitarbeitenden, Vorgesetzten und Kolleginnen und Kollegen in ihren jeweiligen Funktionen und mit den unterschiedlichsten Aufgaben. Auch wir sollen uns in unserem Tätigkeitsbereich und an unserem individuellen Arbeitsplatz sicher und wohl fühlen. Hilfreich war eine sehr gute Vorlage der Region West, mit der im Jahr 2025 gemeinschaftlich die Arbeit an einem werksweiten Gewaltschutzkonzept für Mitarbeitende begonnen wurde. Im Mai 2026 wurde dieses fertiggestellt und an die Mitarbeitenden verteilt. Es beinhaltet nicht nur einen Handlungsplan und transparente Meldewege, sondern auch eine Selbstverpflichtungserklärung und 20 FRIEDENSHORT

Anlaufstellen zur Beratung für Betroffene und/oder Leitungskräfte. Nun gibt es verschiedene Gründe für institutionelle Gewaltschutzkonzepte. Unter anderem natürlich, weil es wissenschaftlich belegt ist, dass eine transparente und offene Kultur des Hinschauens Risiken für Grenzverletzungen, Übergriffe oder (Macht-)Missbrauch vermindert. Für uns als diakonischer Träger sollte gerade diese Kultur des Hinschauens noch bedeutsamer sein, haben wir doch den Auftrag der gelebten Nächstenliebe. Gelebte Nächstenliebe meint dabei nicht nur unseren Dienst an den uns anvertrauten Menschen, sondern schließt auch die Kolleginnen und Kollegen, die Mitarbeitenden und Vorgesetzten mit ein. Wir haben den Auftrag, den Menschen in einer liebenden Haltung zu begegnen und aktiv zu unterstützen. Das heißt, für Menschen einzustehen, ob Adressatinnen von Hilfen oder Mitarbeitende, die Betroffene von Gewalt in jeglicher Form geworden sind – also im ersten Schritt hinschauen, Transparenz herstellen und im zweiten Schritt aktiv werden, Fehler benennen und handeln. In unserem Leitbild formulieren wir es ganz konkret: • »Wir machen (uns für) Menschen stark.« Das heißt, Menschen sehen statt wegschauen, auch wenn es uns oder anderen unangenehm ist oder vielleicht etwas Unangemessenes passieren könnte. • »Wir machen Menschen Mut zu glauben.« Dies bedeutet auch Mut, für sich und andere einzustehen, an sich zu glauben und eigene Grenzen und die der anderen ernst zu nehmen. • »Wir tragen dazu bei, das Leben friedlicher und gerechter zu gestalten.« Dies meint auch, friedfertig und sich seiner Verantwortung bewusst miteinander umzugehen. • Und nicht zuletzt bedeutet »Diakonisches Handeln verbinden wir mit hoher Fachlichkeit« auch, dass wir mit Verdachtsereignissen, Grenzverletzungen und Fehlverhalten im Sinne der Betroffenen und der Beschuldigten fachlich gut umgehen. Deshalb verfügen wir nun über ein institutionelles Gewaltschutzkonzept für Mitarbeitende mit klaren, verbindlichen und einheitlichen Standards und zudem auch noch diakonisch. Timon Brandenberg, Regionalleiter Nord FRIEDENSHORT 21

Schockmoment und zugleich Bewahrung: Brandunfall im Jungenwohnheim in Indien Kondala Agraharam. Das Jungenwohnheim, welches zum Campus unseres Projektpartners Emmanuel Ministries in Indien gehört, ist im Frühjahr Opfer einer Brandkatastrophe geworden! Der Bau beherbergt 82 Kinder, davon sind 20 Kinder hörgeschädigt. Das Jungenwohnheim war vor rund 20 Jahren aus Spendengeldern im Rahmen des Shanti-Projekts finanziert worden. »Im Gebäude gab es einen Kurzschluss mit Funkenschlag. Unglücklicherweise reichten diese Funken bis zu einem vollgetankten Motorrad, welches vor dem Gebäude stand und daraufhin explodierte«, berichtet Bischof Jeevan R. Komanapalli. Die Flammen breiteten sich sehr schnell aus und fanden zuerst Nahrung in einem Raum, der von neun Jungen bewohnt wird. Dort befanden sich große Holzbetten mit Schaumstoffmatratzen. Von hier griff der Brand weiter über auf das Gebäude, welches in kürzester Zeit in schwarzen Rauch gehüllt war. Zum Zeitpunkt des Unglücks nahmen alle Kinder am sonntäglichen Gottesdienst teil, bis auf fünf Kinder, die in einem Zimmer im Obergeschoss geblieben waren. Diese konnten jedoch von Ersthelfern schnell nach draußen gebracht werden. »Durch die Gnade und den Schutz unseres Herrn sind alle Kinder unverletzt geblieben«, schreibt Bischof Jeevan dankbar: »Wir wurden in dieser Tragödie deutlich Zeugen des mächtigen Schutzes Gottes. Wir 22 INDIEN-PROJEKT SHANTI

glauben fest daran, dass Gott diese kostbaren Leben verschont hat.« Auch die örtlichen Zeitungen berichteten darüber, dass der Gottesdienst die Kinder letztlich bewahrt habe. Zudem gab es Nachfragen, wie es gelingt, die hörgeschädigten Kinder teilhaben zu lassen. Bischof Jeevan berichtete den Reportern, dass diese Kinder selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft seien und diese sehr schätzen, alle Wortbeiträge zusätzlich in Gebärdensprache erfolgten und die Texte der Lieder im Gottesdienst auf Bildschirmen eingeblendet werden. »In der Woche nach dem Brand kamen viele Regierungsbeamte, um ihre Ermittlungen durchzuführen. Wir konnten alle Genehmigungsnachweise vorlegen, nach denen sie gefragt hatten«, berichtet Bischof Jeevan weiter. Die abschließende Beurteilung durch die Beamten lautete allerdings, dass an vielen Gebäuden von Emmanuel Ministries in Kondala und Tamaram umfangreiche Modernisierungsarbeiten durchgeführt werden müssten. Wie Bischof Jeevan weiter ausführt, sei es daher sehr schwierig und auch kostspielig geworden, die Kinder zu versorgen und die Arbeit fortzuführen. Der Wiederaufbau und die Erneuerung des Gebäudes und der Materialien erfordere daher Unterstützung. Denn die Arbeit mit diesen Kindern bleibe äußerst wichtig! »Diese Kinder haben sonst niemanden, der ihnen hilft. Wir setzen daher die Arbeit im Glauben und in Zuversicht auf Gottes Fürsorge fort und im Vertrauen auf die Hilfsbereitschaft aller Menschen, die in seiner Nachfolge leben!« Bischof Jeevan R. Komanapalli/hs Das Ausmaß der Zerstörung ist leider groß INDIEN-PROJEKT SHANTI 23

Travenbrück. Raus aus dem Alltag. Rein in die Ruhe. So lassen sich die Oasentage im Kloster Nütschau beschreiben. Ein paar Tage ganz für uns – mit achtsamer Körperarbeit, wohltuender Meditation, kreativem Gestalten, stillen Momenten und ehrlichen Gesprächen. Bei bestem Wetter haben wir die Seele baumeln lassen, neue Kraft geschöpft und sind wieder mehr bei uns selbst angekommen. Gerade für die Arbeit in der Jugendhilfe und Eingliederungshilfe waren diese Tage besonders wertvoll: innehalten, eigene Ressourcen stärken, achtsam mit sich selbst sein – all das trägt unmittelbar in den Arbeitsalltag hinein und unterstützt dabei, auch für andere präsent, klar und zugewandt zu bleiben und das Gelernte weiterzugeben. Diese besondere Mischung aus Bewegung, Stille und Begegnung bleibt – und wirkt nach. Ursula Giebeler, Referentin Diakonisches Profil Meditativ und kreativ Kraft geschöpft Dienstjubiläum 2025 Für 25-jährigen Dienst im Friedenshort wurden bei der Weihnachtsfeier 2025 in Freudenberg geehrt: Bernd Megerle, Bettina Sallmann, Christian Guder, Dominik Feller, Nicole Löchner, Sabine Roth-Leiser (Region Süd); Sonja Heisterkamp, Stefanie Röcher, Susanne Hosenfeld, Tabea Nockemann (Region West); Martina Kretschmer (Region Nord) und Gabriela Friedrich (Tiele-Winckler-Haus). 24 KURZ BERICHTET

Kinder und Jugendliche erlebten Politik hautnah Hamburg. Die Abgeordneten aus dem Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) der Einrichtung Hamburg unternahmen einen spannenden Ausflug ins Hamburger Rathaus. Vor Ort erhielten die Jugendlichen aus den Wohngruppen und der Tagesgruppe einen direkten Einblick in die politische Arbeit des Senats sowie die Abläufe innerhalb des Rathausgebäudes. Interessant waren die historischen Räumlichkeiten, in denen die wichtigsten Entscheidungen der Stadt Hamburg getroffen werden. Der Besuch bot nicht nur Gelegenheit, Politik hautnah zu erleben, sondern förderte auch das Interesse der Kinder und Jugendlichen an gesellschaftlicher Mitbestimmung und demokratischen Prozessen, wie sie auch im KiJuPa gelebt werden. Ein leckeres Mittagessen rundete den Ausflug ab, so dass alle gestärkt und mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck zurückfuhren. KiJuPa Hamburg KURZ BERICHTET 25

»Unser Garten – unser Wohlfühlort« Northeim. Initiiert vom Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) der Einrichtung Northeim startete im April 2026 das Gartenprojekt »Unser Garten – unser Wohlfühlort«. Gemeinsam mit pädagogischen Mitarbeitenden gestalteten die Jugendlichen den Garten der Wohngruppe Northeim neu, mit vielen eigenen Ideen und großem Engagement. Das Projekt wurde in den monatlichen KiJuPa-Treffen intensiv vorbereitet. Die Jugendlichen brachten ihre Wünsche ein, entschieden demokratisch über die Bepflanzung und organisierten mit den Mitarbeitenden den Einkauf von Pflanzen und Materialien. Auch Wissen zur Pflege und nachhaltigen Gestaltung erarbeiteten sie gemeinsam. Am ersten Projekttag waren neun Jugendliche aus Northeim, Bad Gandersheim und der Verselbstständigungsgruppe Grow-Up beteiligt. Während ein Team im Hintergarten ein Hochbeet mit frischer Erde befüllte und Gemüse wie Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen anpflanzte, gestaltete die andere Gruppe den Vorgarten unter anderem mit Pfingstrosen und Eukalyptus. Rindenmulch und bepflanzte Töpfe rundeten das Gesamtbild ab. Neben der gärtnerischen Arbeit stand vor allem das gemeinsame Handeln im Mittelpunkt. Die Jugendlichen übernahmen Verantwortung für eigene Aufgaben, unterstützten sich gegenseitig und trafen Entscheidungen im Team. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Kommunikation, Kooperation und Zusammenhalt für ein gelungenes Projekt sind. Das Gartenprojekt fördert zudem Selbstwirksamkeit und Nachhaltigkeit. Die Jugendlichen erleben, dass sie ihre Umwelt aktiv mitgestalten können. Am 21. Mai wird das Projekt in der Inobhutnahmegruppe Northeim fortgesetzt, bevor es mit einem Grillfest in der Wohngruppe Bad Gandersheim seinen Abschluss findet. Dort werden die Ergebnisse präsentiert und gemeinsam gefeiert. KiJuPa Northeim 26 KURZ BERICHTET

Christliche Feste feiern – Orientierung im Kirchenjahr Heiligengrabe/Wittstock/Schwerin. Wie können Strukturen und Bräuche des Kirchenjahres im Alltag unserer Einrichtungen lebendig werden? Dieser Frage widmeten sich Mitarbeitende der Jugendhilfe in einer Fortbildung im Hete-Barthelmes-Saal in Heiligengrabe. An zwei Terminen nahmen jeweils 16 bis 18 Kolleginnen und Kollegen teil. Die Fortbildung wurde von Ursula Giebeler, Referentin Diakonisches Profil im Friedenshort, gestaltet. Im Mittelpunkt stand das Kirchenjahr als Orientierung für die pädagogische Arbeit. Feste und Zeiten wie Advent, Weihnachten, Ostern oder Erntedank strukturieren nicht nur das Jahr der Kirche, sie verbinden Menschen seit Jahrhunderten und eröffnen Räume für gemeinsames Erinnern, Hoffen und Feiern. In Gesprächen und praktischen Übungen tauschten die Teilnehmenden Erfahrungen aus ihren Einrichtungen aus: Wo werden Traditionen bereits gelebt? Welche Rituale sind im Alltag mit Kindern und Jugendlichen gewachsen? Wo wünschen sich Teams noch Unterstützung oder neue Ideen? Deutlich wurde, dass das Kirchenjahr Kindern und Jugendlichen mehr bieten kann als einzelne Feiertage. Seine wiederkehrende Struktur schafft Verlässlichkeit, Orientierung und gemeinsame Erlebnisse. Rituale und Feste können helfen, Lebensübergänge zu markieren, Hoffnung zu vermitteln und Gemeinschaft zu stärken. Gerade in der diakonischen Arbeit ist dies von besonderer Bedeutung. Sie lädt dazu ein, christliche Werte nicht nur zu benennen, sondern im Alltag erfahrbar zu machen: in gemeinsamen Feiern, in Momenten der Besinnung und in der Frage, was Hoffnung, Nächstenliebe und Gemeinschaft konkret im Zusammenleben bedeuten. So wurde die Fortbildung auch zu einem Raum des Austauschs und der gegenseitigen Inspiration. Viele Impulse nahmen die Teilnehmenden mit in ihre Einrichtungen, mit dem Ziel, das Kirchenjahr weiterhin bewusst zu gestalten und Kindern und Jugendlichen darin Orientierung, Halt und gemeinschaftliche Erfahrungen für ihr Leben mitzugeben. Josefine Nowotka, Fachberatung und Koordination Schwerin Das Kirchenjahr symbolisch dargestellt KURZ BERICHTET 27

Workshop »Freundschaft, Mobbing und soziale Kompetenz« im Jugendtreff Westhang Siegen. Anfang des Jahres boten Ariane Büttner und Tanja Schäfer (beide Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern) im Jugendtreff Westhang einen Workshop zum Thema soziale Kompetenz an. Die Teilnehmerinnen waren Mädchen im Grundschulalter, die bereits eigene Erfahrungen im Bereich Mobbing und Streit gemacht haben. Die Themen Freundschaft, Gefühle, Umgang mit Streit und Mobbing standen daher im Mittelpunkt und wurden den Mädchen in Rollenspielen und Übungen nähergebracht. Gemeinsam sahen sie sich auch einen »Checker Tobi«-Film (ein Wissens-TV-Format der ARD für Kinder) an. Die Folge zeigte Kinder und Jugendliche, die von Mobbing betroffen waren, und stellte dar, wie man sich in solchen Situationen fühlt und wie man Hilfe holen kann. In einer anschließenden Diskussion zu dem Beitrag brachten die Mädchen auch ihre persönlichen Erfahrungen mit ein. Zum Abschluss gestalteten die Mädchen Schatzkästchen, in denen sie neben anderen Schätzen auch ein Blatt mit positivem Feedback von den anderen Teilnehmerinnen und einen Ressourcenzettel aufbewahren können. Außerdem erhielten alle eine Mappe mit den erarbeiteten Themen. Es hat allen viel Spaß gemacht und sicherlich wird an dem Thema im Jugendtreff weitergearbeitet werden. Als kleines Dankeschön bekamen die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle ein Glas mit selbstgemachtem Honig. Tanja Schäfer, Erziehungsberatungsstelle Siegen Die Mädchen schrieben sich gegenseitig ein positives Feedback für die Schatzkästchen 28 KURZ BERICHTET

Neue Perspektiven für die Führungsarbeit: Klausur in Hechingen Öhringen/Zollernalbkreis. Drei Tage kam das Leitungsteam der Region Süd im Zollernalbkreis, am Fuße der Schwäbischen Alb, zu einer Klausur zusammen. Tagungsort war das St. Luzen Bildungshaus in Hechingen – ein ehemaliges Franziskanerkloster mit einer eindrucksvollen Renaissanceanlage. Die Klausur bot bewusst Abstand vom Arbeitsalltag und Raum für strategische Themen. Im Fokus standen unter anderem das Überprüfen von Arbeitsprozessen, Schnittstellen zu anderen Arbeitsbereichen sowie der Informationsfluss in der Region Süd. Ursula Giebeler, Referentin Diakonisches Profil, begleitete die Tage professionell und sorgte mit stillen und aktiven Pausen für eine produktive Arbeitsatmosphäre. Die Mittagspause nutzten alle für eine Besichtigung der Klosterkirche und des grünen Labyrinths. Als einen Schwerpunkt stellte Ursula Giebeler das Thema »Future Skills« vor. Welche Kompetenzen braucht Führung morgen? Die Anforderungen in Beruf und Gesellschaft werden immer komplexer und verändern sich rasant. Neue Denk- und Handlungskompetenzen werden für die Leitungsebene immer bedeutender. Hier wurden als grundlegende Zukunftskompetenzen kritisches Denken, Selbst- und Kooperationskompetenz genannt. Mit dem »Future Skills Navigator« erprobte das Leitungsteam die Methode »Kata-Framework«. Dieser Ansatz hilft dabei, strategische Themen Schritt für Schritt und strukturiert zu bearbeiten. Anhand eines Beispiels aus dem Arbeitsalltag in der Region Süd analysierten die Teilnehmenden zunächst den Ist-Zustand (»Now/Problem«), auf dessen Grundlage sie dann den gewünschten Zustand beschrieben (»Definition of Awesome«). In einem dritten Schritt (»New Target Conditions«) definierten sie die Zwischenschritte, die notwendig sind, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Tamara Lumpp, Assistenz der Regionalleitung Süd Leitungsteam der Region Süd KURZ BERICHTET 29

Klettern zu jeder Jahreszeit Öhringen. Seit Anfang des Jahres gibt es in der Aula der TieleWinckler-Schule eine Kletterwand. Im Rahmen der ERLE-Stunden (Erlebnispädagogik) starteten zunächst die Siebtklässler damit, sich am Klettern zu erproben. Seitdem haben viele Kinder und Jugendliche unserer Schule und aus den Wohngruppen der Region Süd die 10,4 Meter hohe Wand mit den unterschiedlichsten Griffen erklommen. Ein großer Vorteil: Da die Kletterwand im Innenbereich angebracht ist, kann sie bei jeder Wetterlage und zu allen Jahreszeiten genutzt werden. Beim Klettern erlernen die jungen Menschen unterschiedliche Kompetenzen: Sie müssen Regeln verstehen und einhalten, sie können Vertrauen aufbauen, lernen aber auch mit Angst umzugehen, zum Beispiel Höhenangst zu überwinden. Viele erleben durch die eigene Leistung und Ausdauer einen Erfolg, auch dann, wenn sie nicht die ganzen 10 Meter erklimmen. Wir bedanken uns bei der Geschäftsführung in Freudenberg, den Sponsoren und insbesondere bei unserem Förderverein, dass sie dieses Projekt ermöglicht haben. Die Kletterwand ist ein voller Erfolg und alle Kinder und Jugendlichen zeigen großes Interesse und eine hohe Motivation. Sehr erfreulich ist auch, dass einige Kolleginnen und Kollegen sich für einen Toprope-Schein angemeldet haben. Dieser berechtigt dazu, mit den Kindern und Jugendlichen Aktionen an der Kletterwand durchzuführen. In diesem Sinne freuen wir uns auf viele weitere Könnenserfahrungen, sportliche Leistungen und Spaß und Freude an unserer Indoor-Kletterwand! Günter Stadelmann, Lehrer Tiele-Winckler-Schule Hier geht es hoch hinaus: die über 10 Meter hohe Kletterwand in der Aula der Tiele-Winckler-Schule 30 KURZ BERICHTET

Grundlos vergnügt Es gibt sie, die Tage, da bin ich grundlos vergnügt. Meine Schritte fühlen sich leicht an, als würde ich tanzen, und ich summe ein Lied dazu, das mir zufliegt von irgendwoher. So vieles gibt es, das ich nicht machen kann, ja, auch mich selber habe ich nicht gemacht. Ich freue mich, dass ich hier sein darf, auf dieser Erde, die mich immer wieder bezaubert. Danke, dass ich ich sein darf, danke für Menschen und Momente, die mich werden ließen, die ich bin. Tina Willms © Foto: prostooleh – stock.adobe.com

Tschüss, Sabine Handl-Bauer! Öhringen. Anfang des Jahres gab es wieder ein ereignisreiches Event in der Tiele-WincklerSchule: Mit tosendem Applaus wurde Sabine Handl-Bauer am 28. Januar von den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften in der Aula empfangen. Ebenso dabei: das Leitungsteam der Region Süd und viele aktuelle und ehemalige Mitarbeitende der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Öhringen. Grund war die Verabschiedung von Frau Handl-Bauer in den wohlverdienten Ruhestand. Fast zwei Jahrzehnte war sie Sekretärin in der Tiele-Winckler-Schule und davor lange Jahre als Mitarbeiterin in der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort (Region Süd) tätig. Der »Thronsessel« stand im Bühnenbereich schon bereit. Dort durfte sie Platz nehmen, damit sie das Programm genießen konnte. Die Kinder des Schulkindergartens starteten mit einem ganz persönlichen Lied. Mit persönlichen Worten dankten ihr auch die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 9 und bekundeten, welch wichtige Bedeutung Frau Handl-Bauer als Schulsekretärin für sie hatte. Dass Frau Handl-Bauer eine begeisterte Fahrradfahrerin ist, die immer auch mit dem Fahrrad zur Schule kam, griffen die Schülermitverantwortung und das Jugendparlament Sabine Handl-Bauer durfte das geschenkte Fahrrad sofort ausprobieren | Schulleiter Rainer Methsieder dankte Sabine Handl-Bauer, im Hintergrund die fliegende »Super Secretary« 32 REGION SÜD

gemeinsam mit der Klasse 8 auf. Frau Handl-Bauer durfte ein liebevoll geschmücktes Fahrrad in Empfang nehmen, das sie an die Zeit an der Schule erinnern soll. Eine nicht ganz ernst gemeinte TÜV-Prüfung sorgte für viel Spaß und Lacher im Publikum. Wenn eine Schulsekretärin geht, ist eine Nachfolgerin meist nicht weit. Seit Dezember 2025 wurde Claudia Schädel eingearbeitet und nun offiziell begrüßt. Diesen Part übernahm die Klasse 7 und erläuterte humorvoll die Tipps und Tricks für die Arbeit in einem Schulsekretariat. Am Ende der Veranstaltung hieß es endgültig »Tschüss, Sabine Handl-Bauer«. Auf dem Smartboard war eine fliegende »Super Secretary« zu sehen und Schulleiter Rainer Methsieder überreichte einen Blumenstrauß und die Geschenke zum Abschied. Im Anschluss gab es Gelegenheit, bei Snacks und Getränken noch einmal ins Gespräch zu kommen und den Nachmittag ausklingen zu lassen. Wir wünschen Sabine Handl-Bauer alles Gute – vor allem Gesundheit und viel Zeit für sich und mit ihrer Familie! Rainer Methsieder, Schulleitung Das Programm gestalteten die Schülerinnen und Schüler REGION SÜD 33

50 Jahre Erziehungsberatungsstelle Öhringen. »Herzlich willkommen zum 50-jährigen Jubiläum der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche im Hohenlohekreis. Fünf Jahrzehnte, in denen wir Familien begleitet, Eltern gestärkt und die Chancen von Kindern verbessert haben – das ist ein Grund zur Dankbarkeit und zum Feiern.« Mit diesen Worten begrüßte Regionalleiterin Cordula Bächle-Walter die Gäste in der Aula der Tiele-Winckler-Schule. Auch die Leiterin der Beratungsstelle, Sabine Roth-Leiser, zeigte sich erfreut darüber, dass so viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter der Einladung gefolgt waren. Neben den zahlreichen Kooperationspartnerinnen und -partnern gab es Gäste aus unterschiedlichen Bereichen. Dazu gehörten freie Träger, Ämter, Beratungsstellen und Vereine, Schulen und Kindergärten, das Gesundheitswesen sowie die Justiz. Besonders erfreulich war, dass auch viele ehemalige Mitarbeitende der Beratungsstelle an diesem besonderen Anlass teilnahmen. Im Anschluss an die Begrüßung richteten die Leiterin des Jugendamtes des Hohenlohekreises, Claudia Müller, sowie der Geschäftsführer der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort, GötzTilman Hadem, ihre Grußworte an die Anwesenden. In einem anschaulichen Rückblick ließ Sabine Roth-Leiser die 50-jährige Geschichte der Beratungsstelle Revue passieren. Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen und gesellschaftlichen Veränderungen sind, denen sich die Beratungsstelle im Laufe der Jahre gestellt hat. Themen wie der »Umgang mit Medien« waren bereits früher Gegenstand von Elternabenden – wenngleich sich diese von Fernsehkonsum hin zur Nutzung von Smartphones und Spielkonsolen stark gewandelt haben. Die Trennungs- und Scheidungsberatung, die anfangs kaum eine Rolle spielte, nimmt heute einen bedeutenden Platz in der Arbeit ein. Insgesamt wurden die Angebote kontinuierlich weiterentwickelt und an neue Bedarfe angepasst. Grafisch dargestellt war zudem der enorme Anstieg der Fallzahlen in den letzten Jahren. In seinem Fachvortrag beleuchtete Prof. Dr. Bernhard Kalicki, Diplom-Psychologe und AbteilungsBlick ins Plenum mit den Jubiläumsgästen, auch ehemalige Leitungsverantwortliche der Beratungsstelle waren gekommen 34 REGION SÜD

leiter am Deutschen Jugendinstitut in München, gesellschaftliche Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Familien und Kinder – sowie die sich daraus ergebenden Folgen für die Erziehungsberatung. Für einen unterhaltsamen Ausklang sorgte die Theatergruppe »Theatrie e. V.« aus Öhringen. Mit pointiert überspitzten Szenen aus dem Beratungsalltag brachten sie Alltagssituationen auf den Punkt, machten nachdenklich – und sorgten dabei auch für das ein oder andere Schmunzeln. Bei einem abwechslungsreichen Büfett ließen die Gäste den Nachmittag in angenehmer Atmosphäre und bei guten Gesprächen ausklingen – herzlichen Dank an alle, die für die Bewirtung gesorgt haben. Sabine Roth-Leiser, Leiterin Beratungsstelle Prof. Dr. Bernhard Kalicki warf einen Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen und deren Folgen für Familien Grußwort der Geschäftsführung von Kaufm. Leiter Götz-Tilman Hadem Regionalleiterin Cordula Bächle-Walter (rechts) mit Sabine Roth-Leiser (Leiterin der Beratungsstelle) REGION SÜD 35

Drei neue Leitungsverantwortliche eingeführt Freudenberg. Im Rahmen einer Morgenandacht für Mitarbeitende sind in diesem Frühjahr drei neue Leitungsverantwortliche der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort offiziell in ihre jeweiligen Funktionen eingeführt worden. Ingolf Langenbach ist neuer Regionalleiter der Region West und somit verantwortlich für die Friedenshort-Einrichtungen im Kreis Siegen-Wittgenstein, Kreis Altenkirchen, Märkischen Kreis sowie Raum Dorsten. Das Leitungs-Trio zusammen mit Geschäftsführung und Oberin Bekamen gute Wünsche mit auf den Weg: Dr. Enno von Fircks, Oliver Klein, Ingolf Langenbach (v. l.) 36 REGION WEST

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