»Die Hoffnung haben wir als einen festen Anker unserer Seele.« Hebräer 6,19 blauer Himmel, die Sonne wärmt und eigentlich könnten wir doch dankbar unsere Tage genießen und hoffnungsvoll dem Sommer entgegenblicken. Wäre da nicht – der Krieg und die Gewaltspirale mit immer neuen Eskalationen, wäre da nicht die Klimakatastrophe mit immer häufigeren Extremwetterphänomenen, wäre da nicht die Inflation, der Energiepreis, die Sorge um Wohlstand und um ein auskömmliches Leben. Wäre da nicht das Leid und der so dringend notwendige Schutz für die Hilfesuchenden an Europas Grenzen und die von Abschiebung Bedrohten. Wäre da nicht das sich radikalisierende hasserfüllte politische Klima, mit Menschen, die die Würde des Menschen infrage stellen und Menschen wieder klassifizieren. Wäre da nicht. Ach, es ist zum Davonlaufen: Aber wohin??? In solchen Momenten, in denen in mir die Stimme des »Ach, wie furchtbar – wie soll das nur werden?« so laut wird und ich am liebsten in den großen Jammerreigen einstimmen würde, der gänzlich ohne Problemlösungsansätze und jede Form von realistischem Optimismus auskommt, da möchte ich wohl laufen. Sogleich stelle ich mir die Frage: Wohin denn eigentlich? Und wovor weg? Wen lasse ich zurück? Schon ändert sich meine Stimmung und ich denke: Jetzt ist aber Schluss mit dieser Jammerei! Wem hilft sie wirklich? Löst sich auch nur ein winziges Problem, für einen einzigen Menschen, wenn wir uns in der Jammerschleife einrichten? Es nützt nur denen, die alles kaputt reden, Stimmung machen und doch keine Lösungen haben! Mein Blick fällt noch einmal auf den Monatsspruch für den Mai dieses Jahres. Er ist aus dem Hebräerbrief, der nicht gerade für einfache Sprache bekannt ist, aber hier sehr handfest formuliert: »Die Hoffnung haben wir als einen festen Anker unserer Seele.« Und ich denke, ja, genau dieser Anker hält mich in den Stürmen der Zeit, in den Stürmen des Lebens. Ich habe die Hoffnung, dass ich mit all dem, was es zu regeln, zu lösen, zu gestalten, zu ändern gibt in unserer Welt nicht allein bin. Viele Menschen überall auf der Welt sind mit mir unterwegs, tragen die Hoffnung im Herzen, dass wir alle aufgehoben sind von dem einen, der Anker und Hoffnungsgeber ist, dessen Sohn nach dem Kreuzestod auferstanden ist und der seinen Geist in die Welt schickt, um Menschen im Miteinander und zum Frieden starkzumachen. Dieses Vertrauen in Gott und die Menschen gebe ich nicht auf und es macht die Stimme in mir laut, die dem »Ach, wie furchtbar« entgegenhält: Ja, furchtbar, stimmt. Aber so darf es nicht bleiben, trage du dein Möglichstes dazu bei, das sich etwas ändert. Mach mit, schlichte Streit und Gewalt, schenke Vergebung. Vielleicht kannst du heute einen Krieg beenden, und sei es nur für einen Menschen. Schütze, stärke, verteidige, Liebe Freundinnen und Freunde des Friedenshortes, 4 VORWORT
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