Anlaufstellen zur Beratung für Betroffene und/oder Leitungskräfte. Nun gibt es verschiedene Gründe für institutionelle Gewaltschutzkonzepte. Unter anderem natürlich, weil es wissenschaftlich belegt ist, dass eine transparente und offene Kultur des Hinschauens Risiken für Grenzverletzungen, Übergriffe oder (Macht-)Missbrauch vermindert. Für uns als diakonischer Träger sollte gerade diese Kultur des Hinschauens noch bedeutsamer sein, haben wir doch den Auftrag der gelebten Nächstenliebe. Gelebte Nächstenliebe meint dabei nicht nur unseren Dienst an den uns anvertrauten Menschen, sondern schließt auch die Kolleginnen und Kollegen, die Mitarbeitenden und Vorgesetzten mit ein. Wir haben den Auftrag, den Menschen in einer liebenden Haltung zu begegnen und aktiv zu unterstützen. Das heißt, für Menschen einzustehen, ob Adressatinnen von Hilfen oder Mitarbeitende, die Betroffene von Gewalt in jeglicher Form geworden sind – also im ersten Schritt hinschauen, Transparenz herstellen und im zweiten Schritt aktiv werden, Fehler benennen und handeln. In unserem Leitbild formulieren wir es ganz konkret: • »Wir machen (uns für) Menschen stark.« Das heißt, Menschen sehen statt wegschauen, auch wenn es uns oder anderen unangenehm ist oder vielleicht etwas Unangemessenes passieren könnte. • »Wir machen Menschen Mut zu glauben.« Dies bedeutet auch Mut, für sich und andere einzustehen, an sich zu glauben und eigene Grenzen und die der anderen ernst zu nehmen. • »Wir tragen dazu bei, das Leben friedlicher und gerechter zu gestalten.« Dies meint auch, friedfertig und sich seiner Verantwortung bewusst miteinander umzugehen. • Und nicht zuletzt bedeutet »Diakonisches Handeln verbinden wir mit hoher Fachlichkeit« auch, dass wir mit Verdachtsereignissen, Grenzverletzungen und Fehlverhalten im Sinne der Betroffenen und der Beschuldigten fachlich gut umgehen. Deshalb verfügen wir nun über ein institutionelles Gewaltschutzkonzept für Mitarbeitende mit klaren, verbindlichen und einheitlichen Standards und zudem auch noch diakonisch. Timon Brandenberg, Regionalleiter Nord FRIEDENSHORT 21
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