Ein halbes Jahr später zeigte sich bereits, dass Frau D. aus Sicht aller Beteiligten weit gekommen ist. »Ich war vom 15. Oktober bis zum 14. April hier – und dann ging es direkt weiter«, berichtet sie stolz, da dann der Übergang ins Betreute Wohnen anstand. Dass dieser so gut gelungen sei, habe auch daran gelegen, dass sie bereits vorab ihre neue Bezugsbetreuerin kennenlernen und sich ihre Wohnräume vorab ansehen konnte. »Das war hilfreich. Ich konnte mir überlegen, wie ich die Wohnung einrichten möchte, und hatte Zeit, mich darauf einzustellen.« Nicht nur in ihrer Zeit in der Mutter-Kind-Einrichtung, sondern auch im Betreuten Wohnen konnte Frau D. neue Stärken als Mutter entwickeln. Rückblickend benennt sie vor allem eine Eigenschaft: »Ich bin viel geduldiger geworden.« Vor der Zeit im Friedenshort fiel es Frau D. in stressigen Situationen schwer, ruhig zu bleiben, aber heute hat sie sich neue Strategien erarbeitet: »Wenn mein Sohn bockig ist, versuche ich ruhig zu bleiben und ihm Alternativen anzubieten«, berichtet sie stolz und mit einem Lächeln. Aber nicht nur das gelingt Frau D. gut, sie erzählt lachend, wie ihr Sohn auch mal einen Lappen bekommt, beim Haushalt mithilft und sie den Abend nutzt, um ihre Kräfte wieder aufzuladen. »Häkeln entspannt mich total.« Inzwischen lebt Frau D. mit ihrem Sohn alleine, aber weiterhin auf dem Friedenshortgelände, welches sie als »sicheren Hafen« bezeichnet. Sie meistert nicht nur den Alltag als Mutter, sondern verfolgt auch besonders motiviert ihre beruflichen Ziele. Nachdem sie bereits erfolgreich ein sechswöchiges Praktikum im Alten- und Pflegeheim »Haus Friede« in Heiligengrabe absolviert hat, verkündet sie voller Freude, dass nun auch REGION OST 43
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