»Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.« Jeremia 31,3 Diakonisse Irmgard Arndt * 23.04.1931 in Ochelhermsdorf (Oberschlesien) † 15.12.2025 in Freudenberg Sr. Irmgard wurde in Ochelhermsdorf, Kreis Grünberg in Oberschlesien, geboren. Sie war das dritte Kind von fünf Geschwistern. Die Eltern erzogen ihre Kinder im christlichen Glauben. Inmitten der Kriegswirren beendete sie die Schule vorzeitig, da die Familie im Juni 1945 die Heimat verlassen musste. Sie fanden in Drehnow bei Cottbus eine neue Bleibe. Hier wurde Sr. Irmgard konfirmiert. Für sie ging es weiter nach Benzingerode zu ihrem Onkel und später durch Gottes wunderbare Führung – wie sie selbst schreibt – in den Friedenshort nach Wernigerode. Hier fand auch der Friedenshort nach der Flucht ein erstes Unterkommen. Durch ihre Mutter hatte Sr. Irmgard viel vom Friedenshort gehört, denn sie war Heimatkind auf dem Warteberg gewesen. Sr. Irmgards Wunsch, einmal mit Kindern zu arbeiten, ging in Erfüllung. Sie arbeitete von 1946 bis 1947 als Helferin im Friedenshort. In dieser Zeit erkrankte sie schwer und erkannte, dass es nicht reicht, gläubige Eltern zu haben. Eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus ist das Wichtigste. 1946 zog der Friedenshort mit einem Teil der Schwestern und Kinder nach Heiligengrabe in ein ehemaliges Klosterstift. Hier besuchte Sr. Irmgard den vordiakonischen Kurs und spürte, dass Gott sie als Schwester in den Friedenshort haben will. Sie trat am 29. Oktober 1949 in die Schwesternschaft ein und besuchte zunächst den Schülerinnenkurs. Von 1950 bis 1952 erlernte sie im Kreiskrankenhaus Marienberg die Krankenpflege. Danach arbeitete sie einige Monate in den Kinderheimaten Dahmen und Zarrendorf und zwischendurch auch in der Nähstube in Heiligengrabe. Diese sollte zu ihrem eigentlichen Dienstort werden. Schon als Kind übte die Nähmaschine einen besonderen Reiz auf sie aus, berichtete Sr. Irmgard immer wieder. Über 40 Jahre kleidete sie uns Schwestern ein – und das mit Freude. Auch nach ihrem Ruhestand 1999 half sie weiter in der Nähstube mit. Im Januar 2012 zog Sr. Irmgard von Heiligengrabe nach Freudenberg. Solange ihre Kräfte reichten, kam sie zu allen Veranstaltungen der Schwesternschaft und blieb eine treue Beterin. Sr. Irmgard hat durch ihre freundliche und aufgeschlossene Art viel Segen in unsere Schwesternschaft hineingebracht. Sie sang sehr gerne im Schwesternchor und im kleinen Chor. Bis ins hohe Alter erfreute sie uns in ihrer bildreichen Sprache mit Anekdoten aus dem Leben im Friedenshort. Sie war dankbar, dass Gott sie in den Friedenshort geführt hat und ihr auch durch schwere Zeiten hindurchhalf. In der letzten Zeit wurde die Sehnsucht nach der oberen Heimat immer größer. Nun hat der Herr sie in sein Reich gerufen und wir sind dankbar für ihr Leben in unserer Mitte. Sr. Christine Killies NACHRUF 53
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