fürs ganze Haus ein Freudentag«, so Sr. Anna. Insgesamt gibt es zunächst Platz für sieben Kinder. Es ist ein Beginn ohne finanzielle Sicherheit. »Fast ganz ohne feste Einnahmen lebten wir im ersten Jahre aus der Hand unseres Gottes«, so Sr. Anna. Mehrmals werden Geld oder Essen knapp, so dass die Versorgung am nächsten Tag unklar bleibt. Immer wieder erhalten sie in diesen Momenten unerwartete Hilfe von anderen Menschen, die sie als Gebetserhörung empfinden. Am Ende des Tages ist genug für alle da. Mit der Zeit wird der Raum knapp, bis die Kinderheimat eine ganze Etage und später sogar das ganze Haus beziehen kann. Ein schlimmer Einschnitt ist das Jahr 1945. Kurz nach dem Tod von Emma Fricke, die das Haus mittlerweile der Einrichtung übereignet hat, fallen die Bomben über Dorsten nieder. Die Innenstadt von Dorsten wird zerstört, auch von dem Haus am Westwall bleibt nach zwei großen Angriffen nicht mehr übrig als ein Trümmerhaufen. Das Wichtigste aber ist: Alle Kinder und Schwestern überleben. Während des ersten Angriffs finden sie Zuflucht im Keller und erfahren Bewahrung: »Plötzlich wurde es stockfinster, die Luft dick. Sicher wären wir alle erstickt, hätten wir nicht gerade an diesem Tag einen gefüllten Wassereimer im Raum stehen gehabt und Tücher, die blitzschnell ins Wasser getaucht und im Dunkeln jedem Kind weitergereicht wurden, um sie vor Mund und Nase zu halten. Wir dachten, in jedem Augenblick in die Ewigkeit zu gehen. Aber Gott dachte anders. Unversehrt konnten wir aus dem Keller steigen. Der Anblick, der sich uns bot, war erschütternd. Im März 1945 wird die Innenstadt von Dorsten bei einem Bomben- angriff zerstört, auch die Kinderheimat am Westwall ist davon betroffen Kinderheimat Dorsten vor 1945 REGION WEST 39
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