Das Friedenshortwerk – Hausmagazin

KURZ BERICHTET 28 Eindeutig richtig,abergefälltKindernund Jugendlichennicht immer: Nicht eindeutig richtig oder falsch: Eindeutig verboten,kann eineAnzeige oder Strafe zur Folge haben: EVANGELISCHE JUGENDHILFE FRIEDENSHORT GMBH Region West Was dürfen Betreuerinnen und Betreuer? Es handelt sich um Originalbeiträge von Kindern und Jugendlichen.  Regeln aufstellen und einhalten  Einhalten der Schlafenszeiten  Hausaufgabenzeit undHilfe bei denHausaufgaben  Schon früher zumUm- ziehen auffordern, als die Kinder ins Bettmüssen  Aus dem Büro schicken, wenn nötig  Beim Essen runter schicken  Dafür sorgen, dasswir die Dienste ordentlich erledigen  Medienkonsum altersange- messen einschränken  Pornographie verbieten  Freiheitsberaubung, gegen eigenenWillen einsperren  Gewalt (Schlagen/ Bedrohung),Misshandeln  OhneGrund strafen (willkürlich)  Essensentzug  UnsittlichesAnfassen  Schweigepflichtmissachten  OhneAnklopfen ins Zimmer/Privatsphäre stören  Ausrasten  Anschreien und Schreien  Schimpfen,Meckern  Hausarrest  Eigentumwegnehmen  Besuchswochenende verbieten  Alltag strukturieren  Auf Schulbesuch bestehen  Auf Körperhygiene achten (auch Zähne)  Alkohol und Zigaretten verbieten  Normal unterhalten ohne sauerwerden  Klare Terminabsprache  Spaßmobbing,wie z. B. „Duwillstmir helfen,was ist denn jetzt los?!“  Lehrergespräche  Begründete Zimmerdurch- suchungen  Taschengeld-Abzug  PsychischeGewalt und Be- drohung (verspotten, ernie- drigen, beleidigen)  Korruption,Amtsmissbrauch  Taschengeld-Entzug als Strafe  Verletzung der Aufsichtspflicht  Diebstahl, Kinder beklauen  Taschenkontrolle  Ausgangsverbot (über altersbedingte Regelung hinausgehend)  Z. B. bei denHausauf- gaben nicht auf die Toilette dürfen oder etwas trinken  Festhalten  Uns bitten ein Telefonat zu beenden  Informationen ans Jugend- amtweiterleiten, z.B. bei Abgängigkeit  Tabak undAlkoholwegneh- men, der offen sichtbar in unserem Zimmer ist  Wennwir uns nicht an die Regeln halten, Konse- quenzen daraus ziehen  AngemesseneAusgangs- zeiten festlegen  Ins Zimmer schicken (mit Grund)  Morgens ein bisschen zum Essen ermuntern  In Sachen derAnderen rum- schnüffeln (z.B. Tagebuch)  BeimDuschen/Baden reinkommen (Intimsphäre verletzten)  Zum Schulwechsel zwingen  Mobbing  Erpressen  Alleine lassen (Aussetzen)  einfach in dasHandy reingucken ohne zu fragen  Nicht vollständig bekleidet zu sein  3 –4 Tage schlecht gelaunt sein  Informationen vorenthalten  Zuwenig Zeit für jeden haben Die Kinder können sich an dem Ampelplakat orientieren Lernen, mit Konflikten umzugehen Freudenberg/Siegen. Kristina Herr ist seit April die neue Kinder- und Jugendbeauftragte der Einrichtung Freuden- berg/Siegen. Sie folgt damit auf Irene Schwarz, die wei- terhin als Vertretung fungiert. »Das Thema Mitbestim- mung und Mitgestaltung von Kindern und Jugendlichen beruht auf dem Kinderschutzgesetz«, erläutert Kristina Herr. Im Friedenshort gebe es hierfür vier Bausteine: die Partizipationsbeauftragten in den Wohngruppen, die Gruppensprecher, den Kinder- und Jugendrat sowie das Beschwerdemanagement. »Die Partizipationsbeauftrag- ten informieren die Kinder und Jugendlichen über ihre Rechte und Beschwerdemöglichkeiten. Es ist wichtig, dass dieses Thema im Wohngruppenalltag immer wieder aufgegriffen wird«, erklärt Herr. Die Kinder und Jugend - lichen wählen zudem Gruppensprecher, die ihre Anliegen im Kinder- und Jugendrat vertreten. Normalerweise tagt der Kinder- und Jugendrat gemeinsam mit der Kinder- und Jugendbeauftragten einmal im Quartal. »Leider konnte wegen Co- rona seit April kein Tref- fen stattfinden«, bedauert Herr, ist aber optimistisch, dass es in absehbarer Zeit eines geben wird. »Froh bin ich darüber, dass ich alle Wohngruppen besu- chen konnte, um mich vor- zustellen – auch wenn die Maske natürlich eine gewis- se Distanz schafft. Die Kinder aus den Erziehungsstellen konnte ich aber leider noch nicht kennenlernen.« Als Leitfaden für das Beschwerde­ management haben die Kinder und Jugendlichen vor ei- nigen Jahren ein Ampelplakat erarbeitet, das anhand der Farben Grün, Gelb und Rot darstellt, was Betreuer dürfen, was grenzwertig und was nicht erlaubt ist. »Jeder, der mich kontaktiert und sich beschweren möchte, wird ernst genommen«, betont Herr. »Wenn die Beschwerden in den grünen Bereich einzuordnen sind, suche ich gemein- sam mit allen Beteiligten nach einer Lösung, damit sich der Konflikt nicht verhärtet.« Ihre Tätigkeit in der Erzie - hungsberatungsstelle Siegen als Mediatorin in der Tren- nungs- und Scheidungsberatung empfindet sie als hilf - reich, weil sie dadurch im Führen von Konfliktgesprächen geübt sei. »Die Kinder und Jugendlichen sollen lernen, wie man mit Auseinandersetzungen richtig und sinn- voll umgeht. Das ist eine wichtige Erfahrung«, so Herr. Ebenso wichtig ist ihr, dass die Betreuer keine Angst vor dem Beschwerdemanagement haben, da hier niemand »auf dem heißen Stuhl« sitze. »Für mich ist es wesent- lich, dass alle Beteiligten mit einem möglichst positiven Gefühl aus dem Gespräch gehen und der Konflikt gelöst wird. Die Kinder und Jugendlichen unterstütze ich aber natürlich mehr.« Bei Beschwerden im gelben und roten Bereich wird die Bereichsleitung informiert, die über das weitere Vorgehen entscheidet. Als gutes Zeichen wertet Kristina Herr, dass es so gut wie keine Beschwerden gibt. Dennoch müssten sich die Kinder und Jugendlichen bei Bedarf an jemanden wenden können. »Sie können mich daher ganz einfach über E-Mail oder Handy erreichen.« (ch)

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