Das Friedenshortwerk – Hausmagazin
»Edelweißfamilie«. Der Platz wird für jüngere Kinder ge- braucht: »Der Tag des Abschieds war ein ganz trauriger Tag. Es war am Geburtstag von Oberin Sr. Friede von Hedemann. So gerne wäre ich doch noch geblieben!« Aber die Verbindung hält Irmgard Gutjahr aufrecht, be- sucht Heiligengrabe regelmäßig. Sogar für ihr privates Lebensglück ist »Mütterchen« Sr. Margarethe mit verantwortlich. Ihr vier Jahre älterer Ehemann Ralf ist 1937 am gleichen Tag in Michelsdorf aufgenommen worden, ohne dass man sich als Kind nun schon besonders wahrgenommen hätte. Und später ge- hen ohnehin alle »Heimatkinder« ihren eigenen Weg. Aber Sr. Margarethe hält zu Vielen den brieflichen Kon - takt. Im Jahr 1959, Irmgard Gutjahr lebt damals in Lüden- scheid (Märkischer Kreis), schreibt ihr Sr. Margarethe, dass einige der »Michelsdorfer« doch gar nicht weit von- einander entfernt wohnen würden, und regt an: »Trefft euch doch mal!« Eine kleine Runde trifft sich in Witten (Ruhr), dort arbeitet Ralf Gutjahr als Schwimmmeister. Man verabredet sich mehrfach, plaudert über alte Zeiten – und kommt sich näher. »Wir haben uns Silves- ter 1959 dann bereits verlobt«, erzählt Gutjahr. Pläne für eine Arbeitsstelle in Stuttgart gibt sie auf, das junge Paar möchte in Witten bleiben. »Wir hatten kaum Geld, eine Hochzeitsfeier konnten wir so gar nicht planen, wir hat- ten nur uns«, erzählt sie schmunzelnd. Dann kommt die große Überraschung: Ihr »Mütterchen« freut sich so über diese Verbindung, dass sie Kontakt zur Mitschwester Anna Wolf aufnimmt, die im sauerländischen Holthausen eine Kinderheimat leitet: »Der Friedenshort hat für uns dort vor 60 Jahren eine Hochzeitsfeier ausgerichtet, das war wundervoll, fast wie bei den ›Royals‹!« Leider verwei- gert der DDR-Staat ihrem »Mütterchen« die Teilnahme, aber zwei Diakonissen aus Freudenberg, die in Michels- dorf tätig waren, kommen zur Feier. Irmgard Gutjahr hätte noch viel zu erzählen. Schon oft erhielt sie die Anregung, einmal ein Buch zu schreiben. Bei allem Erleben bleibt ihr eines besonders wichtig: »Ich fühlte mich immer im Glauben getragen, diese Grund- lage hätte ich ohne die Liebe und Betreuung durch die Friedenshortschwestern nicht gehabt!« (hs) Hochzeit 1960 in der Kinderheimat Holthausen Irmgard und Ralph Gutjahr im Januar 2018
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