Das Friedenshortwerk – Hausmagazin

SERIE: MEIN FRIEDENSHORT 21 Konfirmation 1948 in Heiligengrabe Aying. Wer mit Irmgard Gutjahr über ihre Kindheit spricht, ist sofort beeindruckt! Voll sprühender Leben- digkeit erzählt sie anschaulich über ihr Erleben, obwohl es mehr als 80 Jahre zurückliegt. Außerdem hat sie vor- sorglich auch selbst einiges aus ihrer bewegten Kindheit aufgeschrieben. Geboren wurde »Irmi« – so wird sie von allen aus dem näheren Umfeld genannt – 1933 im schle- sischen Waldenburg. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt, er wird von den Nationalsozialisten erschos- sen, als sie noch ein Kleinkind ist. Ihre Mutter muss nun die vier Kin- der irgendwie durch die schweren Zeiten bringen, die evangelische Kirchengemeinde kümmert sich um die Familie. Aber die Mutter ist dennoch überfordert. »Als ich vier Jahre alt war, bin ich zusammen mit meinem älteren Bruder Werner in die Kinderheimat ›Haus Gottes- treue‹ nach Michelsdorf gekom- men«, erinnert sich Gutjahr. Dort beginnt ihre »zweite Kindheit«, wie sie selbst sagt. Anfangs habe sie geweint, aber die vielen anderen Kinder, insgesamt rund 20 in drei Kinderfamilien, las- sen das Heimweh schnell vergessen. Dazu trägt auch ihr »Mütterchen« Sr. Margarethe Krüger bei, die sich liebe- voll um die Kinder der »Edelweißfamilie« kümmert. Der Tagesablauf ist ihr immer noch präsent: Wecken um sechs Uhr mit dem Morgenlied, um sieben Uhr Frühstück mit Gesang, Kinderkalender-Versen, Mehlsuppe und Brot. Es sind arme Zeiten, nur die kleineren Kinder bekommen eine gebutterte Brotscheibe. »Wenn ein großes Kind Geburtstag hatte, dann haben die Kleinen ihr Butterbrot oft als Geschenk überreicht, was dann beide glücklich machte«, berichtet sie. Nach dem Frühstück geht es zur Dorfschule, was leider manchmal zum »Spießrutenlauf« wird, wie sich Gutjahr erinnert. »Gucke mal, da kimme sie wieder, die Heimkrepel«, lästert die Dorfjugend. »Mich hat es nicht gestört, aber manche älteren Kinder doch traurig gemacht«, sagt sie. Irmgard Gutjahr: »Ich fühlte mich immer im Glaubengetragen« Mein Friedenshort

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