Das Friedenshortwerk – Hausmagazin
Friedenshort zu arbeiten. Die fachlichen Anforderungen im Bereich Familienhilfe waren mir vertraut. Außerdem war es gut, dass die Möglichkeit zur Supervision selbst - verständlich ist und es einen guten Teamaustausch gibt. Die Einarbeitung in die Leitungsfunktion gestaltete sich komplexer. Ich wurde in zwei Bereichen eingesetzt: in einer Außenwohngruppe für junge Menschen mit seeli - schen Beeinträchtigungen und im ambulanten Team der Sozialpädagogischen Einzelmaßnahmen. Die Übernah - me des ambulanten Teams war herausfordernd, da eine gewachsene Struktur ein Stolperstein für neue Impulse sein kann. Aber ich lernte engagierte Kolleginnen und Kollegen mit durchweg wertschätzender Haltung kennen. Die Außenwohngruppe bietet jungen Menschen einen sicheren Ort, die zuvor in anderen Einrichtungen nicht zurechtgekommen sind. Das erfahrene Team erlebte ich dabei als homogene Einheit mit berechtigtem Selbst - bewusstsein. Die Strukturen und Besonderheiten des Friedenshortes als Arbeitgeber beeindruckten mich. Die Transparenz der wirtschaftlichen Zahlen und die offene Kommunikation waren bemerkenswert, ein so konse - quentes Controlling kannte ich bislang nicht. Die Einar - beitung in interne Strukturen und die digitale Welt des Friedenshortes stellten mich vor Herausforderungen, nicht immer war ich geduldig genug. Doch ich erlebte stets offene Türen bei der Regional- und Einrichtungs - leitung, Mitarbeitende, die mir immer Fragen beantwor - teten und auch Anschauungsmaterial gaben. Anfang dieses Jahres wurde die Fachberatung erweitert. Ich entschied mich aufgrund meines Alters und meiner rheumatischen Erkrankung, ab April 2024 in den Vor - ruhestand zu gehen und »nur« noch ambulant tätig zu sein. Meine Entscheidung wurde als Verlust gesehen und mir auch so vermittelt. Dies empfinde ich als eine große Stärke seitens des Leitungsteams und machte mir den Wechsel leicht. Fachlich habe ich mich wohl gefühlt und konnte auf Augenhöhe mitreden. Dies ist mir wichtig, da ich ja in der Arbeit bleibe. Die wichtigste aller Erfahrungen ist, dass es letztlich um die uns anvertrauten Menschen geht, die wir ein Stück weit auf ihrem Lebensweg be - gleiten dürfen, manchmal müssen. Dieser liebevolle Blick auf den Menschen – den habe ich im Friedenshort finden können und deshalb hat sich der Wechsel, trotz der kurzen Zeit im Leitungsteam, als gut erwiesen. Die Vielfalt der Menschen als Bereicherung zu empfinden und uns für diese Menschen stark zu machen, wie im Leitbild formuliert, wird unter dem wachsenden Fach - kräftemangel eine Herausforderung, der es gilt, auch in Zukunft gerecht zu werden. Karlheinz Kämpker, Einrichtung Tostedt Ein Arbeitsfeld war die Arbeit mit jungen Menschen, denen es psychisch nicht gut geht REGION NORD 43
RkJQdWJsaXNoZXIy NjQ3NDQ=