Das Friedenshortwerk – Hausmagazin

© Symbolfoto: pressmaster/Adobe Stock Rückkehr an die jeweilige Schule zu ermöglichen und die Kinder zu einer konstruktiven Teilhabe an ihren Schulen zu befähigen. Das Selbstverständnis des Projektes ist geprägt von ei- nem ganzheitlichen Blick auf das Kind bzw. den Jugend- lichen. Handlungsleitend ist die Annahme, dass jeder Mensch in der Lage ist, sich selbst zu verwirklichen, den eigenen Weg zu finden, die eigene Identität zu erkennen und zu akzeptieren. Das TimeOut-Projekt fördert und fordert die Schülerinnen und Schüler nach individuell er- stellten Konzepten bzw. Zielen, welche sich jeweils am Bedarf, an den Ressourcen und der Lebenswelt orien- tieren. Großer Wert wird hierbei auf Kooperationen und vernetztes Arbeiten mit dem schulischen und familiären Umfeld gelegt. Darüber hinaus erfolgt eine enge Zusam- menarbeit mit dem Jugendamt, um bei der Gestaltung bereits laufender und zukünftiger Hilfen flexibel und zeit - nah zu reagieren. Eine Methode, die sich im alltäglichen Umgang mit den TimeOut-Kids immer wieder bewährt, ist die »Simple Present«-Methode: • Stoppe! Beruhige dich, sortiere dich, entspanne dich. • Vereinfache! Mache jetzt und hier den nächsten, wichtigen Schritt. Und zwar einen! • Beteilige! Überlege, was und wer dich jetzt entlasten kann. Der Alltag mit den herausfordernden TimeOut-Kids ver- langt von uns Geduld, eine Fokussierung auf das »Hier und Jetzt« und den Bedürfnissen der jungen Menschen Gehör zu schenken: »Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du deinem Kind einen Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fer- tig bist« (chinesisches Sprichwort). Das innovative Projekt zielt nicht darauf ab, die Teilnehmenden für das System Schule passend zu machen, sondern einen Weg mit den Kindern und Jugendlichen zu finden, der individuell auf sie zugeschnitten ist und den sie somit auch bewältigen können. Nicht selten, eigentlich sogar recht häufig, bringen uns diese jungen Menschen, die in ihrer Stammschule jeg- lichen Rahmen sprengen und deren Lehrkräfte keine Möglichkeit mehr sehen, sie in die Klasse zu integrieren, an unsere Grenzen und fordern uns mit unserem gesam- ten Fachwissen, unserer Erfahrung und unserem Herz- blut. Wenn diese Kinder dann sagen »Jetzt macht Schule wieder Spaß« oder Eltern uns mitteilen »Endlich haben wir auch wieder andere Gesprächsthemen als nur Schule« und »Mein Sohn kommt sehr fröhlich nach Hause!«, wis- sen wir: Es lohnt sich! Florian Deger – Einrichtung Tostedt

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