Das Friedenshortwerk – Hausmagazin

NACHRUF 53 Ihr seid vollendet in IHM. Kol. 2,10 Diakonisse Johanna Göder * 25.08.1924 in Kotzenau/Schlesien † 30.03.2020 in Freudenberg Sr. Johanna wurde am 25. August 1924 in Kotzenau, Schlesien, als fünfte Tochter der Eheleute Else und Ro- bert Göder geboren. Der Vater arbeitete in der Forstwirtschaft, ihre Mutter kümmerte sich um den Haushalt. Von 1931 bis 1939 besuchte Sr. Johanna die Volksschule. Ihre Konfirmation erlebte sie sehr bewusst. Der Ausbruch des Krieges blieb ihr als schreckliches Erlebnis im Gedächtnis. In diesen schweren Zeiten ist ihr bereits das Gebet eine Zuflucht und Kraftquelle geworden. Die Flucht führte sie in den Osten Deutschlands. Auf einer Zugfahrt traf sie eine Schwester des Deutschen Roten Kreuzes. Von ihr be- kam sie das Buch »Nichts unmöglich« geschenkt. Das las sie mit großem Interesse. Nun wusste sie, wohin ihr Le- bensweg gehen sollte – in den Friedenshort. Am 10.  Mai 1949 trat Sr. Johanna in die Schwesternschaft ein. Anfangs arbeitete sie bei Kindern, absolvierte den Schü- lerinnenkurs und war in der Küche tätig. Sr. Johanna hat- te eine große Liebe zu Kindern. So wurde sie zunächst nach Dahmen in eine Kinderfamilie geschickt, um dann ab Oktober 1953 in das Kindergärtnerinnenseminar nach Berlin/Bethanien zu gehen. Den Abschluss ihrer Ausbil- dung als Kinderdiakonin absolvierte sie in Heiligengra- be im August 1954. Es folgte bis 1963 ihr Dienst in der Kinderheimat Burgwenden. Bis zuletzt hatte sie Kontakt zu ehemaligen Kindern von dort, die sie sehr liebten und schätzten. Während dieser Zeit wurde sie im September 1959 zur Diakonisse eingesegnet. Von 1963 bis 1965 arbeitete Sr. Johanna bei den Haus- töchtern in Heiligengrabe, anschließend ging sie nach Schwerin-Görries, zunächst als Vertretung für die schwer erkrankte Heimleiterin, Sr. Meta Kretschmer. Als diese verstarb, wurde Sr. Johanna die Heimleitung übertragen. Dazu absolvierte sie 1971 einen Fortbildungskurs zur Heimleiterin in Gernrode. Bis 1989 leitete Sr. Johanna die Kinderheimat »Seerosen« in Schwerin-Görries und erleb- te viele Veränderungen. Das ganze Haus wurde bei vol- lem Betrieb umgebaut und immer wieder betete sie um Schutz und Bewahrung. Den Kindern stand sie mütterlich zur Seite und ließ den Kontakt bis ins hohe Alter nicht abreißen. Viele Kinder danken ihr das bis heute. Es war ihr ein Anliegen, die Kinder nicht nur äußerlich zu versor- gen, sondern sie auch mit der Botschaft der Liebe Gottes durch Jesus Christus vertraut zu machen. Im August 1989 zog sie in den Feierabend nach Heiligen- grabe und hat noch etliche Jahre in der Poststube gear- beitet. Mit 90 Jahren zog sie nochmals um nach Freuden- berg, genoss ihre Wohnung und später ihr Zimmer im Pflegewohnbereich. Schon lange hatte sie den Wunsch, heimgehen zu dürfen. Dieser Wunsch wurde ihr nun er- füllt, so wie es ihr im Einsegnungswort zugesprochen ist. Dankbar behalten wir sie in unserer Erinnerung. Sr. Christine Killies

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