14.12.2018 |  Kontakt | Sitemap | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss

Eva von Tiele-Winckler

Eva von Tiele-Winckler wird am 31. Oktober 1866 in Miechowitz (Oberschlesien) geboren. Sie wächst in einem großen Geschwisterkreis als jüngste Tochter einer der wohlhabendsten deutschen Familien auf.

Die Frömmigkeit der Mutter und die Erziehung durch den Vater führen sie zum Glauben und lassen sie aufmerksam werden auf die Not der Menschen in ihrer Heimat. Ihr Verlangen anderen zu helfen wächst, und sie sucht ihre Mittel und Wege dazu.

Friedrich von Bodelschwingh wird ein wichtiger Berater

Eva von Tiele-Winckler reist nach Bielefeld-Bethel und erhält dort eine Ausbildung in der Krankenpflege. Den Erwerb dieser Kenntnisse hatte sie sich von ihrem Vater erbeten, um in ihrer Heimat mit Fachwissen unter den hilfsbedürftigen Menschen arbeiten zu können. Wichtiger Berater und treuer seelsorgerlicher Begleiter der jungen Krankenschwester wird Pastor Friedrich von Bodelschwingh, der Leiter der Betheler Anstalten.

"Das Wichtigste in jener Zeit war, dass ich anfing, Gott Unmögliches zuzutrauen", sagt sie über den Beginn ihrer Arbeit in Oberschlesien. Aus den Anfängen entwickelt sich schnell ein dichtgespanntes Netz, das später für die Kinder- und Jugendarbeit wegweisend wird. 

Das erste "Haus Friedenshort" - 1890 der Beginn ihrer sozial-diakonischen Arbeit 

Im September 1890 zieht Eva von Tiele-Winckler in das neuerbaute Haus "Friedenshort". Das kleine Haus füllt sich schnell mit versorgungsbedürftigen Kindern und kranken und alten Menschen aus der Umgebung, die alle Hilfe brauchen. Rasch bürgert sich der Name "Mutter Eva" für die junge, erst 23jährige Eva von Tiele-Winckler ein, ein Ausdruck von Dankbarkeit und Respekt der Dorfbevölkerung. 

1892 besucht Friedrich von Bodelschwingh Eva von Tiele-Winckler in Miechowitz und regt die Gründung einer Schwesternschaft an. Ein Jahr später wird sie zusammen mit einer Gruppe Sarepta-Schwestern in Bethel zur Diakonisse eingesegnet. Fragen des Glaubenslebens und der tätigen Diakonie bewegen Eva von Tiele-Winckler immer weiter. In Briefen und zahlreichen Schriften finden sich Zeugnisse dieser Verbindung von Frömmigkeit und tätiger Diakonie.

1900 übernimmt sie die Leitung des Friedenshortwerkes und der Schwesternschaft. Eine Besonderheit ihrer Arbeit sind die sogenannten Kinderheimaten. In ihnen leben Diakonissen und Mitarbeiterinnen mit "ihren Kindern" in kleinen, familienähnlichen Gruppen. Jungen und Mädchen unterschiedlicher Altersstufen ein Zuhause mit festen Bezugspersonen zu geben – das ist erklärtes Konzept und gelebte pädagogische Wirklichkeit. Zugleich finden sich immer mehr Freundinnen und Freunde des Werkes. Viele diese Menschen übernehmen eine Patenschaften für eines der Kinder begleiten es, oft ein Leben lang. Weil sie den Kindern wie ein Stern Licht geben, nennt Eva von Tiele-Winckler den Zusammenschluß der Paten "Sternenbund".

Erste gemeinnützige GmbH

1913 gründet die Unternehmerstochter Eva von Tiele-Winckler die "Heimat für Heimatlose GmbH", ein Zusammenschluß der bis dahin entstandenen 42 Kinderheimaten und weltweit die erste GmbH im Bereich der Diakonie. 

Durch ausgedehnte Reisetätigkeit wächst die Bekanntheit von Eva von Tiele-Winckler und ihrer Arbeit. Zahlreiche Kontakte im In - und Ausland entstehen und vertiefen sich, die Schwesternschaft wächst. Neben die Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe tritt die Gefangenen-Seelsorge in Deutschland und vor allem die Arbeit der äußeren Mission. 1912 reisen die ersten Diakonissen nach China, ein Arbeitsfeld, auf den bis zur Ausweisung 1951 Friedenshort-Diakonissen Dienst tun. Auch in Norwegen, Indien, Ägypten, Guatemala, Syrien und auf den Samoa-Inseln gibt es Friedenshort-Missionarinnen.

1930 setzt Gott Eva von Tiele-Wincklers irdischem Leben ein Ende. In Miechowitz ist noch heute ihre Grabstätte zu finden. Ancilla Domini – so steht es auf dem schlichten Grabstein, Magd des Herren. So verstand sich Mutter Eva, so tat sie ihren Dienst. Als Magd Jesu Christi, die dem biblischen Leitwort vertraute: Nichts ist unmöglich dem, der da glaubt!


Mutter Eva - für alle Menschen und für alle Nöte offenEine Kurzbiografie des Historikers Dr. Gerhard Schiller (Opole/PolenInitiates file downloadDownload pdf-Datei (1,67 MB)

 Opens internal link in current windowFilm über Entstehung und Geschichte des Friedenshortes (aus Anlass des Jubiläums "125 Jahre Friedenshort" 2015)

Weitere Fotos zu Eva von Tiele-Winckler

mit den Pfeiltasten im Vorschaubild bewegen Sie sich in der Dia-Show vor und zurück. Per Klick in die Bildmitte gelangen Sie zur Großansicht.

Mutter Eva beim Besuch in der Kinderheimat Polzin

Eva von Tiele-Winckler als junge Frau, vermutlich zwischen 17 und 20 Jahre alt

Mutter Eva mit ihrer Stellvertreterin Sr. Anne Whistler

Das elterliche Schloss

Mutter Eva mit betagten Menschen aus Miechowitz

Mutter Eva mit Ausbildungsschwestern

"Vom Schloss zur Hütte" - Mutter Evas Häuschen

Ein vollendetes Leben

Vor dem ersten "Haus Friedenshort", Eva von Tiele-Winckler ist die 5. von re.

Eva von Tiele-Winckler beim Besuch in Bad Polzin

1930, nur wenige Monate vor ihrem Tod

Ihre Grabstätte in Miechowitz

Besuch in einer Kinderheimat

Mit Sr. Anne Whistler

To top