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Pfr. Christian Heine-Göttelmann, Vorstand Diakonie RWL

Pfr. Christian Heine-Göttelmann, Vorstand Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe

Liebe Engagierte im Friedenshort!

Für mich hat es etwas Würdiges. Ich habe Respekt und vor allem nach dieser Sitzung hohe Anerkennung. Die Leiterinnen der Diakonissenmutterhäuser sitzen zusammen und berichten von ihren Entwicklungen und Aktivitäten. Ein Bericht handelt von einer Schwester, die alleine nach Indien gegangen ist und ein Kinderheim eröffnet hat. Manche Dinge ändern sich nie. Als ich den Kindergarten besuchte – so hieß das damals – war die Leiterin Schwester. Beruf und Berufung, wie auch ich es für mich verstehe, sind untrennbar. Mir gefällt das. Auch heute in veränderter Form ist es für die Mitarbeitenden nicht nur ein Job, sondern eine Lebensaufgabe. Es ist sinnstiftend. 

Den ganzen Sommer über war das Thema Flüchtlinge in allen Medien. Meistens als große kommunale Aufgabe und Überforderung. Oft auch moralisch als Verpflichtung einer satten Gesellschaft. Viel zu häufig als Schmuddelecke rechtsradikal Gestriger. „Du bist ein Fremdling wie all deine Väter“ – diese Erinnerung leitet in die Gebote gesellschaftlicher Ordnung der Mosaischen Zeit ein. Auch der Friedenshort unterhält Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ganz unpolitisch und doch hoch brisant, am Puls der Zeit. Diakonie bei den Menschen. 

Bei Jubiläen schaut man gerne mal zurück und erinnert an die Anfänge. Erinnerungen an Oberschlesien, Jahre der Industrialisierung und Hunger, Alkoholismus, Epidemien. Eva von Tiele-Wincklers Engagement in Anlehnung an das Beispiel vom guten Hirten. Ein Christsein, das sich nicht in sich selbst genügt. Ein Bibelverständnis, das nach Gottes Willen für die Welt fragt und weniger nach persönlichem Seelenfrieden. Und wieder lande ich im Heute. Die Stiftung Friedenshort liegt an Platz 43 der größten diakonischen Unternehmungen (Wohlfahrt Intern 2/2015). Ich bin schon wieder beeindruckt. Es hat immer noch etwas von der Unternehmung Gottes in dieser Welt. Danke dafür.

Zu Ihrem Jubiläum wünsche Ich Ihnen Gottes Segen

Pfr. Christian Heine-Göttelmann
Vorstand Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe


 

Pfr. Peter-Thomas Stuberg, Superintendent Ev. Kirchenkreis Siegen

Pfr. Peter-Thomas Stuberg, Superintendent Ev. Kirchenkreis Siegen

Liebe Friedenshortgemeinde,

dankbar zurückblicken können wir auf 125 Jahre, in denen Gott mit Ihnen seine Geschichte geschrieben hat zum Segen vieler Menschen, die mit Ihnen in Verbindung kamen. Hierzu gratuliert der Evangelische Kirchenkreis Siegen Ihnen in enger Verbundenheit sehr herzlich. Wer nun glaubt, mit 125 Jahren sei man in der Kirche Jesus Christi alt, der muss sich eines Besseren belehren lassen. Das Friedenshortwerk mit den vielfältigen sozialdiakonischen Aufgaben zum Wohle der Gesellschaft ist jung geblieben. Es hat sich immer wieder neu den veränderten Herausforderungen gestellt und sich im Namen Jesu Christi eingebracht. Besonders in Ihrem Blick sind seit 125 Jahren die Menschen, denen ein gelingendes Leben nicht in die Wiege gelegt worden zu sein scheint. Ihnen bieten sie Heimat, ihnen zeigen sie eine Lebensaufgabe, diese Menschen lassen sie spüren, dass sie dazugehören und wertvoll sind.

In kleinen Anfängen begann Eva von Tiele-Winckler in Oberschlesien 1890 ihre sozial-diakonische Arbeit und kümmerte sich um arme, alte, behinderte und nicht sesshafte Menschen. Sie gründete eine evangelische Schwesternschaft. Nicht zu ermessen ist der aufopferungsvolle Dienst der Diakonissen, die eine gute Grundlage gelegt haben für die Zukunft des Werkes. 

Dass der Friedenshort heute allein in Deutschland an über 150 Standorten mit Einrichtungen der Jugendhilfe, Altenhilfe, Behindertenhilfe oder mit Gästehäusern vertreten ist, ahnte Eva von Tiele-Winckler vor 125 Jahren nicht.  Auch die sozialdiakonische Arbeit in anderen Ländern, die ihren Ursprung bereits 1912 mit der Aussendung von Diakonissen nach China hatte, wird heute mit Projekten in Indien und Armenien fortgeführt. 

Die Spuren des Friedenshortes sind vielfältig zu sehen in der lebendigen Arbeit, die geschieht und wächst. Zu finden sind sie aber besonders in den Herzen der vielen Menschen, denen der Friedenshort zum Segen werden durfte. Diese Spuren führen in die Zukunft für das Werk und besonders für die vielen Schutzbefohlenen.

Der Evangelische Kirchenkreis Siegen wünscht dem Jubilar ein zunehmendes Alter in geistlicher und geistiger Frische, ein weites Herz für die Menschen und Gottes reichen Segen.

Pfr. Peter-Thomas Stuberg
Superintendent Ev. Kirchenkreis Siegen


 

Pfr. Markus Holmer, Vorsitzender des Kuratoriums

Pfr. Markus Holmer, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort
Pfr. Markus Holmer, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort

„Nichts ist unmöglich“ – immer noch nicht, auch 125 Jahre nach Gründung des Friedenshortes! Vieles hat sich verändert in dieser Zeit. Die wenigsten der noch lebenden Diakonissen haben „Mutter Eva“ persönlich erlebt, geschweige denn die Anfänge in Miechowitz. Aber jede hat erfahren, dass Gott nicht nur mit dem Friedenshort, sondern auch mit ihr ganz persönlich einen Anfang gemacht hat: als er sie zum Glauben rief, und als sie die Berufung in den Dienst des Friedenshortes hörte. So wirkt Gott. Auch heute. Mit jedem von uns!

Es ist schön, dass wir unser Fest am 17. Sonntag nach Trinitatis feiern unter der Überschrift „Sieghafter Glaube“ und mit dem Wochenspruch aus 1. Joh. 5,4: „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“

Die Gründerin des Friedenshortes und erste Oberin, Eva von Tiele-Winckler, hat ihren Diakonissenschwestern zugerufen: „Nichts ist unmöglich“. Sie hat selbst geglaubt, dass Gott lebendig ist, und sie hat ihre Schwestern und uns alle ermutigt, dass auch wir dem allmächtigen Gott alles zutrauen können.
Alles? Wenn bei Gott „nichts unmöglich“ ist, dann wäre es unlogisch, ihm nicht alles zuzutrauen.

Mutter Eva hat die Arbeit im Friedenshort begonnen. Nein, eigentlich nicht sie, sondern: Gott hat mit ihr und durch sie ein Werk in Gang gesetzt, das über ganz Deutschland sich ausgebreitet hat. Diakonissen haben sich gebrauchen lassen, um jungen Menschen eine Perspektive zu bieten. Das uneingeschränkte Vertrauen zu Gott war für sie nicht nur Herausforderung, sondern Grundlage für ihre Arbeit - immer mit der gespannten Erwartung auf das, was Gott tut, nicht allein in Deutschland, sondern weltweit, auch durch Schwestern, die in die äußere Mission gingen. Das ist heute so kaum noch möglich, aber mit dem Herzen und in ihren Gebeten begleiten Diakonissen des Friedenshortes die weltweite missionarische Arbeit, auch das sozial-diakonische Werk „Shanti“ in Indien, das seit einigen Jahren maßgeblich durch den Friedenshort gefördert und vor allem auch fachlich unterstützt wird.

Die Zeit der Diakonissen scheint zu Ende zu gehen. Die meisten Schwestern leben inzwischen im Ruhestand. Ihr Wirken jedoch, ihr Glaubensvorbild und ihr tägliches Gebet sind wichtig für die Männer und Frauen, die heute im Friedenshort ihren Dienst tun. Denn bei aller Professionalität stoßen auch Helfer an Grenzen, und das ist gut. Denn dadurch werden wir offen für Gottes Tun. Er kann Menschen helfen und heilen, sie im Vertrauen stärken und zum Glauben ermutigen. Dafür steht der Friedenshort, dafür wollen wir auch in Zukunft offen sein. Diese Arbeit dürfen wir alle mit unseren Gebeten begleiten und mit tragen. Und wir wollen Gott die Ehre geben für das, was er in 125 Jahren geschenkt hat.

Gerne schließen wir uns dem letzten Satz an, den Mutter Eva schon 1910 zum zwanzigjährigen Jubiläum schrieb, und mit dem sie ihren Bericht über die schweren Anfänge und die vielen Wunder, die sie selbst erlebt hatte, beschloss: „Gloria in exelsis deo“. Ehre sei Gott in der Höhe.

Zum 20. Jahresfest des Friedenshortes schrieb Mutter Eva

Fast zwei Jahrzehnte sind seit der Gründung „Heimat für Heimatlose“ vergangen, während ich dies schreibe, und während dieser Zeit haben wir die Fürsorge Gottes Tag für Tag erfahren dürfen. Stets kam die Hilfe im richtigen Augenblick. Es ist uns um der Ehre Gottes willen ein Anliegen, uns nie bittend an Menschen zu wenden und auch keine Schulden zu machen. Da gibt es manche Glaubensproben und Nöte, aber auch viel Erhörung und Freude, und wir dürfen rühmen, daß er uns bis jetzt in wahrhaft wunderbarer Weise hindurchgetragen hat. Vielleicht gibt es wenig Stätten auf Erden, wo es so viel Anlaß zu Freude, Lob und Danksagung gibt, wie im Friedenshort und in den „Heimaten für Heimatlose“! Gloria in excelsis Deo!

Pfr. Markus Holmer
Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort