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28.06.2019 16:01 Alter: 54 Tag(e)

"Worauf du dich verlassen kannst"

Kategorie: Evangelische Jugendhilfe Friedenshort

VON: CHRISTINA HOHMANN + HENNING SIEBEL

Kreativ-Aktion der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund stieß auf große Resonanz.

Junge und ältere Kirchentagsbesucher...

Junge und ältere Kirchentagsbesucher...

...ließen sich zum Mitmachen inspirieren. Am Donnerstag waren Mitarbeitende der Einrichtung Dorsten am Stand aktiv.

...ließen sich zum Mitmachen inspirieren. Am Donnerstag waren Mitarbeitende der Einrichtung Dorsten am Stand aktiv.

Der Kreativ-Bereich war durchweg gut frequentiert und bot zudem Raum für Gespräch und Austausch, hier mit Pfr. i.E. Christian Wagener

Der Kreativ-Bereich war durchweg gut frequentiert und bot zudem Raum für Gespräch und Austausch, hier mit Pfr. i.E. Christian Wagener

Im Ausstellungsbereich des Standes konnten sich die Besucherinnen und Besucher mit ihrem Werk fotografieren lassen, hier in Aktion Andrea Nohendorf aus Dorsten. Derweil erläuterte Mitarbeiterin Christina Hohmann aus dem Öffentlichkeitsreferat die Schautafel mit den bundesweiten Friedenshort-Standorten.

Im Ausstellungsbereich des Standes konnten sich die Besucherinnen und Besucher mit ihrem Werk fotografieren lassen, hier in Aktion Andrea Nohendorf aus Dorsten. Derweil erläuterte Mitarbeiterin Christina Hohmann aus dem Öffentlichkeitsreferat die Schautafel mit den bundesweiten Friedenshort-Standorten.

Oberkirchenrätin Doris Damke von der Ev. Kirche von Westfalen im Gespräch mit Geschäftsführer Götz-Tilman Hadem (kaufmännische Leitung).

Oberkirchenrätin Doris Damke von der Ev. Kirche von Westfalen im Gespräch mit Geschäftsführer Götz-Tilman Hadem (kaufmännische Leitung).

Der Abbau des Standes ist fast geschafft, rasch noch ein Selfie zum Abschluss (v.l.): Pfr. i.E. Christian Wagener, Markus Fehlandt, Henning Siebel, Götz-Tilman Hadem, Sr. Beate Böhnke, Carsten Schmidt, Yvonne Maag, Christina Hohmann.

Der Abbau des Standes ist fast geschafft, rasch noch ein Selfie zum Abschluss (v.l.): Pfr. i.E. Christian Wagener, Markus Fehlandt, Henning Siebel, Götz-Tilman Hadem, Sr. Beate Böhnke, Carsten Schmidt, Yvonne Maag, Christina Hohmann.

Freudenberg/Dortmund. „Die Idee hat hervorragend funktioniert und die Resonanz war sehr gut“ – mit diesem zufriedenen Fazit ist das Team der Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort vom Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund zurückgekehrt, der vom 19. bis 22. Juni 2019 stattgefunden hat. Mit einem 36 Quadratmeter großen Stand präsentierte sich der Friedenshort in Halle 5 der Westfalenhallen. Unter der Leitung von Pfr. i.E. Christian Wagener, Öffentlichkeitsreferent Henning Siebel und seiner Mitarbeiterin Christina Hohmann war während des Kirchentags ein rund 20-köpfiges Team im Einsatz. Neben Mitarbeitenden aus den Einrichtungen Dorsten, Lüdenscheid, Freudenberg/Siegen und der Gesamtverwaltung gehörten auch Sr. Renate Kunert, Sr. Beate Böhnke und Geschäftsführer Götz-Tilman Hadem zum Team am Messestand.

Im Mittelpunkt stand dabei eine Kreativ-Aktion, zu der die Besucherinnen und Besucher eingeladen wurden. „Worauf du dich verlassen kannst“ lautete hierfür das Motto. Angelehnt an das Leitwort des Kirchentags „Was für ein Vertrauen!“ konnten mit farbenfrohen Wachsmalkreiden und Faserstiften quadratische Kartonzuschnitte gestaltet werden. „Worauf setze ich eigentlich mein Vertrauen, worauf verlasse ich mich?“ Diese Frage beantworteten die durchweg sehr kreativen Besucherinnen und Besucher auf vielfältige Weise.

Einige Symbole besonders beliebt

Schon bald stellte sich heraus, dass einige Symbole besonders beliebt waren, um Vertrauen darzustellen: der Regenbogen, der Baum, die Sonne und das Licht, das Haus und die Kirche, aber auch Strichmännchen, die sich die Hände reichen. So leuchtet beispielsweise der Regenbogen über einem Segelboot auf unruhigem Wasser oder ein Haus steht auf einem Felsen und von ihm ausgehend bildet ein Lichtkegel eine Verbindung zum Himmel. Dass auf die Nacht wieder ein neuer Morgen folgt, für dieses Vertrauen fand ein Mädchen ein einfaches und doch ausdrucksstarkes Symbol: Mond und Sonne sind mit zwei Pfeilen, die einen Kreislauf bilden, verbunden.

 „Manchmal geht es im Leben rauf und runter, es gibt schöne und nicht so schöne Momente … aber am Ende wird alles gut.“ Mit diesen Worten beschriftete eine Besucherin ihr Bild, das farbige Musiknoten auf Notenlinien zeigt. Eine andere malte ihren Lebensweg mit Kreisen, die mal hell und freundlich und mal grau bis schwarz eingefärbt sind. Dass auf einen schwarzen Kreis ein grüner – die Farbe der Hoffnung – folgt, war bestimmt kein Zufall.

Auch Gemeinschaftswerke entstanden

Gerne wurden auch Gemeinschaftswerke gemalt. So bilden beispielsweise zwei Tafeln nebeneinander nicht nur im wahrsten Sinne eine Brücke, sondern stellen auch eine ebensolche dar, die vom Dunklen ins Helle übergeht. Eine andere Gruppe zeichnete ihre Hände nach, schraffierte sie mit unterschiedlichen Pastellfarben und beschriftete sie mit persönlichen Eigenschaften: „Ich höre zu“, „Ich bin positiv“, „Ich bin vorbereitet“ und „Ich bin da“.

Nicht immer kam den Besuchern unmittelbar eine Idee zum vorgegebenen Thema. „Vertrauen? Das ist schwierig“, stellte eine Besucherin nachdenklich fest. Nach längerem Zögern aber lächelte sie: „Ich weiß, was ich malen werde.“ Entstanden ist ein detailreiches und liebevoll gestaltetes Bild von ihrem Hund.

Für viele stand ganz oben das Vertrauen in Glaube, Gemeinschaft, in Freunde und Familie, andere zeichneten auch einen Polizisten oder die Ziffern „112“. Eine Mutter versuchte ihrer noch sehr kleinen Tochter das abstrakte Thema „Vertrauen“ zu erklären: „Wenn wir unterwegs sind und du uns nicht sehen kannst, bist du dir dann sicher, dass Mama und Papa dich auf jeden Fall wiederfinden?“

Die Foto-Box machte Spaß

Allerdings konnten die Künstlerinnen und Künstler ihre Werke nicht sofort mitnehmen. „Ein Teil unseres Messestandes wurde während des Kirchentags zur Galerie“, erläutert Öffentlichkeitsreferent Henning Siebel. Eine 3 x 2 Meter große mit Eisenfolie ausgestaltete Fläche bot Raum für die Darstellung der Bilder. Hierzu waren die Rückseiten zuvor mit kleinen Magnetstreifen beklebt worden. Damit die an der Aktion Beteiligten trotzdem etwas mitnehmen konnten, gab es die Möglichkeit, sich mit seinem Werk vor einer so genannten Fotobox zu präsentieren. Hierbei sah man sich „live“ in einem großen Bildschirm und konnte eine Serie von vier Fotos erstellen, die dann sofort ausgedruckt wurden.

Der Messestand bot während der Tage jedoch auch Gelegenheit für interessante Gespräche und Begegnungen. Etliche Besucher waren ganz gezielt zum Stand gekommen. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie unterschiedlich die Verbindungen zum Friedenshort sein können. Gäste der Häuser auf Juist und in Mehltheuer, an Praktika interessierte junge Menschen, Jugendamtsmitarbeiter, Pfarrer im Ruhestand, Verwandte von Diakonissen sowie ehemalige Mitarbeitende gehörten unter anderem dazu.

Besuch der Oberkirchenrätin der Ev. Kirche von Westfalen

Oberkirchenrätin Doris Damke von der Ev. Kirche von Westfalen ist dem Friedenshort seit langem verbunden und schaute vorbei. Pfr. i.R. Reinhard Paul, langjähriger Pfarrer in Freudenberg und früheres Mitglied des Kuratoriums, kam nicht nur mit seiner Frau, sondern wurde von jugendlichen Flüchtlingen aus dem Iran begleitet, die er ehrenamtlich betreut. Ein langes Gespräch führten Pfr. i.E. Wagener und Henning Siebel mit einer Dame aus Taiwan, die sich sehr für die Arbeit des Friedenshortes interessierte, aber betonte, dass sie aufgrund ihrer Lebensgeschichte aktuell überhaupt kein Vertrauen mehr besitze. Vielleicht konnte die Begegnung aber wieder einen kleinen „Vertrauensfunken“ entfachen.

Für die Beteiligten am Kirchentagsstand lautete am Ende das einhellige Fazit: Es war zwar kraftraubend, aber auch sehr schön. Die Begegnungen, die Gespräche, das Begleiten der Kreativ-Aktion, der Besuch von anderen Kirchentagsveranstaltungen und das Miteinander im Team haben einem für alle Anstrengungen auch etwas zurückgegeben.