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02.12.2018 12:40 Alter: 13 Tag(e)

Therapeutische Besucher auf vier Pfoten

Kategorie: Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort

VON: HENNING SIEBEL

"Bradley" und "Lulu" sorgten für einen anregenden Vormittag im Pflegewohnbereich

Bradley (re.) und Lulu empfangen ihre Streicheleinheiten

Bradley (re.) und Lulu empfangen ihre Streicheleinheiten

Hella Bürger freut sich, wenn sie mit Lulu Freude bereiten kann

Hella Bürger freut sich, wenn sie mit Lulu Freude bereiten kann

„Da ist doch noch Käse in der Tüte“, möchte dieser Blick sagen//Bild im Text: Wer möchte, kann mit dem Hund auch auf dem Flur einen kleinen Spaziergang machen

„Da ist doch noch Käse in der Tüte“, möchte dieser Blick sagen//Bild im Text: Wer möchte, kann mit dem Hund auch auf dem Flur einen kleinen Spaziergang machen

Freudenberg. Eine erwartungsfrohe Runde sitzt an einem frühherbstlichen Vormittag im Gemeinschaftsraum. Der Pflegewohnbereich der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort in Freudenberg erwartet Besuch, und zwar nicht nur „Zweibeinigen“, sondern auch „Vierbeinigen“. Claudia Otto und Hella Bürger vom Besuchshundedienst der Malteser aus Siegen haben sich angekündigt. Doch die in diesem Fall wichtigeren Gäste sind ihre Begleiter Bradley und Lulu, ein Labrador-Mischling und ein Airdale-Terrier. Nach kurzem Willkommensgruß stehen die beiden dann auch sprichwörtlich im Mittelpunkt des Stuhlkreises. Ganz vorsichtig und zurückhaltend nähern sie sich den Bewohnerinnen und Bewohnern, stupsen vorsichtig mit ihren Nasen an die zur Begrüßung ausgestreckten Hände. Sie bleiben trotzdem angeleint, auch wenn dies eigentlich nicht notwendig ist. „Das vermittelt aber einfach ein sicheres Gefühl“, erläutert Claudia Otto, die Bradley seit 2007 besitzt, er ist also kein „Junior“ mehr und hatte in seiner Jugendzeit bei seinen damaligen Besitzern schlimme Erfahrungen machen müssen. Bei Claudia Otto hat er dagegen ein wunderbares Leben.

Die Tiere lassen sich nun im Stuhlkreis Schnauze, Kopf oder Rücken tätscheln und nehmen ihr Lieblings-Leckerlie entgegen: Käse. „Den hat Bradley schon immer besonders gerne gemocht“, sagt Claudia Otto schmunzelnd. Bradley ist in den USA ausgebildet worden und speziell geschult im Umgang mit Menschen, die physisch oder psychisch beeinträchtigt sind. „Beide Hunde sind sehr einfühlsam“, findet Susanne Spill, die als Pflegedienstleitung auf die Idee mit den Besuchshunden kam: „Die Tiere geben unseren Bewohnern ein Wohlgefühl, sie vermitteln Entspannung, können aber auch anregend wirken, zum Beispiel bei altersbedingter demenzieller Erkrankung.“ Susanne Spill betont, dass dies ein vollkommen freiwilliges Angebot ist: „Wer nicht möchte, nimmt natürlich auch nicht teil.“ Etliche der Bewohner hätten aber in jüngeren Jahren selbst Hunde besessen und erinnerten sich gerne an die Zeit mit ihren Haustieren zurück.

Der Besuchshundedienst der Malteser aus Siegen ist ein ehrenamtlich organisierter Dienst, der seit dem Jahr 2004 existiert. Momentan sind 19 Besuchshunde für Siegen und Umgebung im Einsatz. In Frage kommen nur gut sozialisierte Familienhunde, die in regelmäßigen Eignungstests unter Beweis stellen, dass sie über eine hohe Toleranzschwelle verfügen. Neben der Ausbildung durch die Hundebesitzer, die selbst auch eine Helfer-Grundausbildung absolvieren, stehen qualifizierte Trainer hilfreich zur Seite. Einrichtungen der Altenhilfe oder für Menschen mit Behinderungen können den Besuchshundedienst engagieren, das Angebot kann aber auch in Privathaushalten erbracht werden. „Wir schenken den Menschen unsere Zeit, bekommen dabei aber auch viel zurück“, sagt Claudia Otto.